28.03.2019 10:35
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Fleischkonsum
Mehr Schweizer Fleisch produziert
In der Schweiz ist 2018 mehr Fleisch produziert worden. Die Importe haben demgegenüber abgenommen. Der Pro-Kopf-Konsum blieb mit 52 Kilogramm pro Person und Jahr stabil.

Die Schweizer Fleischbranche habe den Markt mit 445'105 Tonnen Fleisch versorgt, 0,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Das teilte die Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft, Proviande, am Donnerstag mit.

82 Prozent des Fleischangebots stammte aus inländischer Produktion. Insgesamt gingen die Fleischeinfuhren gegenüber 2017 um 3,6% zurück. In diesen Zahlen nicht eingeschlossen sind private Einkäufe im Ausland, Fleischlager und Vorratshaltung in den Privathaushalten und in der Gastronomie sowie Schmuggelware.

Mehr Kuhschlachtungen

In der Schweiz wurden 81'615 Tonnen Rindfleisch produziert, 7,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Kuhschlachtungen lagen um 6,4% höher als im Vorjahr. Die Proviande führt dies auf den trockenen Sommern und tiefere Futterbestände zurück. «Dies gab 2018 für viele Milchproduzenten den Ausschlag, ihre Kuhbestände anzupassen und Tiere zur Schlachtung zu bringen», hält die Branchenorganisation fest. Dieses Fleisch wird zu Wurstwaren, Hamburgern oder Hackfleisch verarbeitet. Aufgrund der höheren Inlandversorgung wurden 2018 weniger Importe getätigt, schreibt die Proviande. Die Nachfrage nach Verarbeitungsfleisch ist nach wie vor hoch. 

Die Schlachtungen von Rindern waren ebenfalls höher als im Vorjahr (+7 %). Bei den Schafen wurden 8,5% mehr Tiere zur Schlachtung gebracht als 2017. Beim Kalbfleisch stieg die Inlandproduktion um 1,2 Prozent auf 21'374 an. Um 3,2 Prozent auf 176'628 Tonnen zurückgegangen ist die Schweinefleischproduktion. Um 5,8 Prozent auf 78'376 Tonnen angestiegen ist laut Proviande die inländische Geflügelfleischproduktion.

Import Geflügelbrüsten

Trotzdem hätten zusätzlich 44'780 Tonnen Geflügelfleisch importiert werden müssen, um den Bedarf zu decken. 83 Prozent der Importe seien als Geflügelbrüste bezogen worden. Die Nachfrage nach diesen Teilstücken wachse überproportional, während vom inländischen Geflügel nicht alles für den menschlichen Konsum verwertet werden könne und im Haustierfutter lande. Die Schweizer Verarbeiter setzen sich aber zum Ziel, von jedem inländischen Geflügelschlachtkörper möglichst alles Fleisch für den menschlichen Verzehr zu nutzen. Dazu werden die Schlachtkörper entbeint und in der Geflügelcharcuterie eingesetzt.

Eine im Januar 2018 vom Marktforschungsinstitut Dichter Research AG durchgeführte Repräsentativbefragung bei 800 Privatkonsumenten in der Deutsch- und Westschweiz ergab, dass 94% der Befragten regelmässig Fleisch essen. Davon konsumierten nach eigener Einschätzung 6% «eher mehr», 22% «eher weniger» und 72% «gleich viel» Fleisch und Fleischerzeugnisse wie vor fünf Jahren. Gemäss dem Schweizer Ernährungsbulletin 2019 nimmt der Pro-Kopf-Konsum von Nahrungsmitteln generell ab. Ursache dafür ist unter anderem die Abnahme des Energiebedarfs in der heutigen Gesellschaft, einerseits wegen der verminderten körperlichen Aktivität im Berufsleben. Andererseits sinkt mit steigendem Durchschnittsalter der Energiebedarf – ältere Menschen konsumieren weniger Nahrungsmittel als jüngere. 

«Die Zeiten steigender Konsummengen sind vorbei, dafür steigen die Ansprüche an Qualität und an einen sorgsamen Umgang mit dem Tier und der Umwelt», hält die Proviande fest. Sie will die Wertschätzung und Anerkennung von Schweizer Fleisch wieder steigern.

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