17.11.2014 16:06
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Geflügel
Micarna und deutscher Geflügelverarbeiter spannen zusammen
Die Micarna, eine Migros-Tochter, und der deutsche Geflügelverarbeiter Strauss gehen eine strategische Partnerschaft ein. Wie die beiden Unternehmen am Montag mitteilen, wollen sie gemeinsam die tiergerechte Geflügelproduktion im süddeutschen Raum weiterentwickeln. Die Bio-Produktion soll dort gefördert werden.

„Schweizer Geflügel setzt dank dem Engagement der Micarna Gruppe Massstäbe betreffend Qualität, Tierwohl und Tiergesundheit“, lautet das Statement der Migros-Tochter im Communiqué.

Schweizer Tierschutzstandards

Die Geflügel Strauss habe eine hohe Fachkompetenz in der Schlachtung und Verarbeitung von Bio-Geflügel. Das Unternehmen mit Sitz in Ertringen stehe für regionale, tiergerechte, transparente und schonende Verarbeitung von Bio-Geflügel aus Höfen in Baden-Württemberg und Bayern, heisst es weiter. Nun soll die Partnerschaft intensiviert werden.

Die Migros-Tochter will die steigende Nachfrage nachhaltig und regionaler Produkte mit der Hilfe von Straus befriedigen. Sie räumen den Erzeugnissen grosse Chancen am Markt ein. Die Migros hat sich zum Ziel gesetzt, künftig nur noch tierische Produkte aus dem Ausland einführen zu wollen, die nach Schweizer Tierschutzstandards produziert worden sind.

Inlandproduktion kann Nachfrage nicht decken

Die ambitionierten Ziele der Zürcher Detailhändlerin sehen vor, dass spätestens ab 2020 nur noch Milchprodukte, Fleisch und Eier importiert werden sollen, die im Ausland nach hiesigen Tierwohlstandards produziert werden. Die Ziele wurden unter dem Projekt "Generation M" als verbindlich deklariert.

Zusammen mit Organisationen wie dem Tierschutz definiert die Migros Anforderungen, die punkto Tierhaltung, Gesundheit, Fütterung, Transport und Schlachtung gelten sollen. Beim Truten- und Kaninchenfleisch ist die Umsetzung der neuen Anforderungen bereits im Gang. Beim Poulet wurde der Wechsel nun in Gang gesetzt, beim Pferdefleisch soll die neuen Regeln auch angewendet werden.

Wird nun die einheimische Produktion ins Ausland verlagert? Die Migros verneinte dies im Februar. "Die ausländischen Produkte werden bei den Kundinnen und Kunden nicht die gleiche Beliebtheit haben wie die Schweizer Produkte", erklärte Mediensprecher Urs Peter Naef. Es sei aber eine Realität, dass viele Produkte importiert werden müssten, weil die Inlandproduktion die Nachfrage nicht abdecken könne. Auch bei den Importen wolle man sicherstellen, dass das Schweizer Tierwohl-Niveau gewährleistet sei.

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