13.04.2013 08:33
Quelle: schweizerbauer.ch - Mike Bauert
Fleischmarkt
Migros Aare kippt Weide-Beef
Obwohl es zu wenig Bio- Weide-Beef Tiere hat, will die Migros Aare nur noch Bio und keine konventionellen Tiere mehr.

Anfang 2010 lancierte die Migros in der Deutschschweiz das Rindfleischlabel Weide-Beef und fasste darunter die regionalen Programme Bio Weide-Beef, Swiss-Premium-Rindfleisch und Pure Simmental zusammen. Ursprünglich war vorgesehen, dass sich die regionalen Genossenschaften für Bio Weide-Beef oder für Weide-Beef entscheiden. Die Migros Aare führte bis jetzt sowohl das Bio wie auch das konventionelle Weide-Beef.

Zu wenig Bioproduzenten

Mäster meldeten dem «Schweizer Bauer», dass sie bald die letzten Weide-Beef-Tiere der Migros Aare liefern könnten, weil der Categorie-Manager Fleisch gewechselt habe und dieser das konventionelle Weide-Beef aus dem Sortiment gekippt habe und nur noch auf Bio Weide-Beef setze.

Die Strategie der Migros Aare ist schwer nachvollziehbar, denn das Angebot an Bio Weide-Beef ist in der ganzen Schweiz klein und vermag die Nachfrage nicht zu decken. Zudem zahlt die Micarna für Bio Weide-Beef den tieferen Preis, als was im Bio-Natura-Beef-Programm von Mutterkuh Schweiz erzielt werden kann. Das nutzen die Produzenten, die in beide Labelprogramme liefern können.

«Weniger Labels»

«Die Migros Aare konzentriert sich mittel- bis langfristig auf das Programm Bio Weide-Beef. Sobald die Schlachttiere in Bioqualität vorhanden sind, wird der geordnete Übergang ins Programm Bio Weide-Beef vorgenommen», teilte Monika Weibel, Pressesprecherin der Migros, mit. Bis mindestens im Herbst 2013 sei die Abnahme der Weide-Beef-Tiere gesichert, erklärte sie weiter. Mit der Reduktion der Labelvielfalt werde die Komplexität für die Kunden und das Verkaufspersonal reduziert, so Weibel. Die Migros-Genossenschaften Luzern und Basel würden das Weide-Beef in Kombination mit AdR (Aus der Region. Für die Region) weiter behalten. Als Nachfolgeprogramm nannte Weibel unter anderem das Bio Weide-Beef.

Fraglich bleibt, wie viele Produzenten deswegen auf Bio umstellen und wem die Tiere während der Umstellphase geliefert werden sollen. Verschiedene Händler gehen davon aus, dass die Tiere primär in das IPS-Segment kommen. Von der Umstellung dürften gegen 80 Produzenten betroffen sein, welche die Tiere ab Herbst nicht mehr unter dem Label Weide-Beef liefern können. Die Händler, der grösste ist die IPS-Kuvag, sind mit den Produzenten daran, die Umstellung zu planen.

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