4.03.2019 13:37
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Migros Aare lanciert A2-Milch
Die Migros Aare wird ab November 2019 A2-Milch ins Sortiment aufnehmen. Die Detailhändlerin will damit nach eigenen Angaben initiative Bauern unterstützen. Abgefüllt wird die Milch in der neuen Käserei von Aaremilch in Diemtigen BE.

In einigen Ländern ist die A-Milch bereits am Markt etabliert. In Neuseeland, Irland, Australien oder Grossbritannien ist diese Milch gesucht. Händler kaufen diese auf und verkaufen sie hochpreisig. So werden in Australien bereits acht Prozent reine A2-Milch abgesetzt.

A2-Milch soll verträglicher sein

Ein grosses Potenzial dürfte die Milch auch in Asien haben. Dort hat mehr als die Hälfte der Bevölkerung eine Laktoseintoleranz, also Verdauungsprobleme nach dem Genuss von Milch. Der A2-Milch wird eine bessere Verträglichkeit nachgesagt. Das Beta-Kasein A2 in der Kuhmilch entspricht dem ursprünglichen Typ und ist für viele Konsumenten bekömmlicher als der Typ A1, welcher durch eine Mutation entstanden ist.

Die A2-Milch soll für Menschen mit Laktoseintoleranz verträglicher sein, schreibt agrarheute.com. Dies deshalb, weil bei der Verdauung von A1-Kasein möglicherweise mehr BCM-7 (Beta-Casomorphin-7,) freigesetzt wird als bei der A2-Variante. Das Max-Rubner-Institut hat aber keine bessere Verträglichkeit von A2-Milch feststellen können.

Aaremilch kündete A2-Milch im Dezember an

Bereits im vergangenen Dezember hat die Milchhandelsorganisation Aaremilch verkündet, A2-Milch in der Schweiz zu vermarkten. «Wir glauben an das Potenzial von A2-Milch und haben deshalb 2017 mit 13 Betrieben einen Versuch gemacht», sagte Donat Schneider, Geschäftsführer der Aaremilch, gegenüber «Schweizer Bauer». Die Kühe wurden auf den Beta-Kasein-Genotyp untersucht. Nun selektionieren diese Betriebe auf A2A2.

Ursprünglich gaben alle Kühe sämtlicher Rassen ausschliesslich A2-Milch. Im Laufe der Zeit verbreitete sich über Mutation verstärkt die A1-Variante. Bei der Rasse Holstein treten das A1- und das A2-Allel in etwa gleichem Verhältnis auf. Stark verbreitet ist der Genotyp A2A2 bei der Rasse Jersey. Damit eine Kuh reine A2-Urmilch produziert, muss sie eine reine A2A2-Genetik aufweisen.

Migros statt Nestlé

«Die ersten Aaremilch-Betriebe werden noch 2019 reine A2A2-Herden haben. Wir sind sicher, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis der Markt auch in der Schweiz A2-Milch verlangt», so Schneider weiter. Die Nestlé erteilte der Aaremilch eine Absage.

Und nun springt die Migros auf den Zug auf, wie die Detailhändlerin am Montag mitteilt.  Ab November 2019 kommt eine regionale A2-Milch ins Sortiment. Man unterstütze so initiative Bauern bei der Umstellung. «Die «A2-Urmilch» ist eine Frischmilch, die es nur als Past-Milch gibt», schreibt die Migros weiter.

Mit ADR-Label

In der neuen Käserei Diemtigen der Aaremilch wird somit ab November nicht nur die Wiesenmilch, sondern auch die A2-Milch abgefüllt. Mit der neuen Milch will die Migros auch ihr Label «Aus der Region. Für die Region» stärken.

Bereits mehr als 10 Milchbauern aus dem Wirtschaftsgebiet der Migros Aare sind A2-Produzenten. Die Milch soll es in ausgewählten Filialen zu kaufen geben. «Die A2-Urmilch ist die ursprünglichste Form von Milch und damit eine Alternative zu anderen Milchsorten. Zudem schaffen wir Wertschöpfung in der Region», lässt sich Reto Sopranetti, Leiter Supermarkt Migros Aare, in der Mitteilung zitieren.

Gewisse Zweifel bestehen noch

Der Verkauf dieser Milch ist aber als Versuch zu werten. Es bestehen doch noch gewisse Zweifel. So schreibt die Migros: «Wenn die Milch auf genügend Akzeptanz stösst, wird die Migros Aare vermehrt auf die Produktion von A2-Urmilch setzen.»

schweizerbauer.ch hat der Migros Aare zu Mengen, Produzentenpreis und Verkaufspreis Fragen gestellt. Die Antworten finden Sie hier

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