19.02.2013 15:32
Quelle: schweizerbauer.ch - Mike Bauert
Migros
Migros Industrie will im Grosshandel wachsen
Die Migros Industrie wuchs 2012 in einem schwierigen Marktumfeld. Die Migros Industrie führt mit Saviva eine neue Food-Service-Allianzmarke ein und will damit im Gastrokanal weiter wachsen und Synergien nutzen.

Die Industriebetriebe der Migros wuchsen letztes Jahr real um 3,4%. Wegen der Negativteuerung von –1,8% konnte der Umsatz gesamthaft noch um 1,6% auf 5,42 Mrd. Franken ausgebaut werden, erklärte Walter Huber, Chef der M-Industrie, an der Medienkonferenz in Brüttisellen ZH von Dienstamorgen.

Migros-Geschäft steigt

Dass die M-Industrie im schwierigen Marktumfeld weiter wächst, kommt primär von der Übernahme per 1. Juli 2012 von Cash&Carry Angehrn (CCA). Mit dieser Akquisition (80%) konnte der Umsatz im Grossverbrauchergeschäft ausserhalb der Migros um 23,9% auf 776 Mio Franken gesteigert werden. Aus dem internationalen Exportgeschäft resultierten 478 Mio Franken. «Trotz dem Minus von 2,8% sind wir stolz, dass der Umsatz in dem sehr schwierigen Marktumfeld nicht noch stärker gesunken ist. Wir haben letztes Jahr das internationale Geschäft konsolidiert, das heisst Preiserhöhungen vorgenommen, und sind jetzt bereit für ein weiteres Wachstum», erklärte Huber.

Im Geschäft mit der Migros-Muttergesellschaft, das wichtigste für M-Industrie, sank der Umsatz infolge der Minusteuerung um 0,5% auf 4,17 Mrd Franken (77 Prozent). Dagegen konnte das Absatzvolumen gesteigert werden. Ohne die Übernahme von CCA hätte gemäss Huber für M-Industrie ein schwaches Minus resultiert.

Wachstum im Grosshandel

Im laufenden Jahr verspricht sich Huber ein Umsatzplus von 3 bis 5% im Grosshandel. Dazu beitragen soll auch die neue Allianzmarke Saviva, unter der die bisherigen Marken wie CCA, Scana, Mérat, Elsa, Mifroma, Jowa und andere weitergeführt werden. Saviva sei das verbindende Element. Huber verspricht sich Synergien im Aussendienst und in der Logistik. «Wir haben das Ziel, noch näher zum Kunden zu gehen», sagte Huber. Wie stark dass die aktuell neun CCA-Standorte ausgebaut würden, sei offen. Einzelne neue Standorte habe man im Auge, so Huber. Eine Expansion in die Westschweiz sei jedoch aktuell nicht das Ziel. Huber schätzt, dass M-Industrie aktuell einen Marktanteil von 10% im Gastro- und Grosshandelsmarkt habe. Genaue Zahlen gebe es  keine.

Weniger Fleisch und Milch

Das Geschäftsfeld Fleisch, zu dem die Unternehmen Micarna, Mérat und Favorit gehören, ist das grösste in der M-Industrie-Gruppe und weist einen Umsatz von 1,33 Mrd. Franken (–0,1%) aus. Um 10 Prozent zugelegt habe der Belieferungsumsatz in die Gastronomie und den Grosshandel.

Bei den Milchprodukten und Käse konnte das Wachstum im Drittgeschäft den Rückgang beim Migros-Detailhandel nicht kompensieren und sank um 3,8% auf 1,024 Mrd. Franken. Das dritte grosse Geschäftsfeld ist Brot und Backwaren der Firmen Jowa und Midor. Hier sank der Nettoumsatz um 0,9 Prozent auf 1,01 Mrd. Franken. Alle sieben Geschäftsfelder schreiben schwarze Zahlen.
Exportstrategie

Das Exportgeschäft will Huber weiter ausbauen. In der EU könne kaum mit einem grossen Wachstum gerechnet werden, deshalb wolle man sich neben den USA und Kanada verstärkt auf Südostasien und Hongkong konzentrieren und die Vor-Ort-Strukturen stärken.

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