3.08.2016 09:05
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Globaler Milchmarkt
Milch: Nestlé unangefochtene Nr. 1
Der weltweit grösste Milchverarbeiter ist Nestlé. Das Schweizer Unternehmen liegt vor Lactalis und Danone. Das zeigt das aktuelle Ranking der Rabobank für das Jahr 2015, in dem bis auf eine Ausnahme dieselben Unternehmen zu finden sind wie im Jahr zuvor.

Die Schweizer Nestlé führt nach Angaben der niederländischen Bank mit einem Gesamtumsatz von 22,5 Mrd. Euro (24,5 Mrd. Fr.) - wie in den Vorjahren - unangefochten das Ranking an. Die französischen Konzerne Lactalis und Danone behaupteten mit Erlösen von 16,5 Mrd. Euro (18 Mrd. Fr.) beziehungsweise 15,1 Mrd. Euro (16,46 Mrd. Fr.) die Plätze zwei und drei.

Allerdings rückte die US-Genossenschaft Dairy Farmers of America (DFA) mit 12,4 Mrd. Euro (13,5 Mrd. Fr.) um einen Platz vor und verdrängte damit die neuseeländische Fonterra mit 11,8 Mrd. Euro (12,86 Mrd. Fr.) vom vierten auf den fünften Platz.

Chinesen wachsen weniger stark

Unterdessen wuchsen die chinesischen Unternehmen weniger stark als in den vergangenen Jahren. Als wichtigste Ursache nennt die Rabobank die deutlich nachlassende Abwertungstendenz des Renminbi gegenüber wichtigen ausländischen Währungen. Trotzdem konnte sich beispielsweise Yili mit einem Umsatz von 8,4 Mrd Euro (9,16 Mrd. Fr.) vom zehnten auf den achten Rang vorkämpfen, während Mengniu seinen elften Platz mit 7,1 Mrd. Euro (7,7 Mrd. Fr.) erfolgreich verteidigte.

Wie das niederländische Finanzinstitut weiter ausführte, rückte Kraft nach der Verschmelzung mit Heinz vom 16. auf den 13. Rang vor. Für diesen neuen US-amerikanischen Zusammenschluss wurde ein Umsatz von insgesamt 5,9 Mrd. Euro (6,43 Mrd. Fr.) verzeichnet. Als neues Unternehmen und Schlusslicht wurde die kanadische Agropur mit 4,1 Mrd. Euro (4,47 Mrd. Fr.) in die Rangliste aufgenommen. Im Gegenzug verschwand die US-amerikanische Genossenschaft Land O’Lakes aus den Top 20.

Niedrige Preise drücken Gesamtumsatz

Wie die Rabobank weiter ausführte, schrumpften die gesamten Erlöse der Top-20-Molkereien im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2014 um 13% auf insgesamt 194 Mrd. USD (190 Mrd. Fr.). Als Begründung führen die Banker die niedrigen Preise für Milcherzeugnisse an. Allerdings profitierten die exportorientierten Unternehmen im Euroraum gleichzeitig von der Wechselkursentwicklung, denn der Euro verlor gegenüberdem Dollar 4% an Wert.

Unterdessen orientierten sich die grössten Molkereiunternehmen mit Blick auf das nachlassende Marktwachstum in China laut Rabobank neu. So tauschte Danone sein Babynahrungsgeschäft im „Reich der Mitte“ gegen weitere Anteile an Mengniu. Dagegen ist Afrika laut Rabobank mittlerweile vermehrt in den Fokus der Branchenaktivitäten gerückt.

Afrika wird wichtiger

Im vergangenen Jahr schlossen die Top 20 dort insgesamt 14 Geschäfte ab und weitere vier im bisherigen Verlauf von 2016. Dagegen wurden für 2014 nur insgesamt drei Deals registriert. Unter anderem erwarb Danone im Juni 2015 eine Joghurtfabrik in Algerien und erhöhte im Dezember seine Anteile an der marokkanischen Centrale Danone, der früheren Centrale Laitière. Anfang 2016 folgten der Kauf von Halayeb in Ägypten und eine Mehrheitsbeteiligung an Fan Milk in Westafrika. Auch Arla Foods war auf dem afrikanischen Kontinent aktiv und vereinbarte zwei Joint Ventures, und zwar in Nigeria und im Senegal.

Weitere Markteintritte in Schwellenländern zielten laut Rabobank unter anderem auf Pakistan, den drittgrössten Milchproduzenten der Welt. Dort erwarb der niederländische Konzern FrieslandCampina 51 % der Anteile von Engro, der zweitgrößten Molkerei des Landes, mit dem Ziel, den dort noch jungen Markt für verpackte Milcherzeugnisse zu entwickeln.

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