11.08.2020 15:44
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Milch: Trendwenden wegen Corona
Beim Milchprodukteabsatz konnte in den vergangenen Monaten wegen der Corona-Pandemie zwei unterschiedliche Entwicklungen beobachtet werden. Beim Abholgrosshandel für die Gastronomie wurde der Aufwärtstrend jäh gestoppt- Im Detailhandel hingegen sind die Verkäufe sprunghaft angestiegen.

Mitte März kam die Gastronomie und Hotellerie praktische zum Erliegen. Wegen des Shutdowns infolge Corona mussten die Restaurants schliessen. Auch viele Hotelbetriebe schlossen ihren Türen.

Grosshandel: Absatz eingebrochen

Dies hatte grossen Einfluss auf den Absatz von Milchprodukten. Eigentlich hat das Jahr gut begonnen, heisst es im jüngsten Marktbericht Milch vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW). Im Januar und Februar 2020 als auch während des Jahres 2019 wurde ein Aufwärtstrend beobachtet. Im Januar 2020 betrug die Absatzsteigerung 28,4 % beim Käse und 33,6 % beim Joghurt.

Doch zwischen März und Mai 2020 kam der grosse Einbruch. «Grund für diese Rückgänge, die im April ihren Tiefstand erreichten, sind die von der Covid-19-Pandemie verursachten Einschränkungen», halten die BLW-Experten fest. Die Absatzmenge im Vergleich zum April 2019 sind in den Bereichen Käse (–27,2 %), Konsummilch (–39,3 %), Butter (–44,0 %), Joghurt (–12,3 %) und insbesondere beim Konsumrahm (–61,1 %) massiv gesunken.

Der Schweizer Liefer- und Abholgrosshandel ist spezialisiert auf Kunden mit grossen Einkaufsmengen. Primäre Abnehmer sind Restaurants und andere Gastronomie-Akteure sowie Haushalte mit einer Einkaufskarte. Prodega/ Growa, Transgourmet, Pistor, Saviva und CC ALIGRO machen den Grossteil der Auswertung aus und decken rund 80 % des Schweizer Liefer- und Abholgrosshandels ab. Die diesbezüglichen Daten stammen von der Grossopanel AG. 

Detailhandel stabilisierte Milchmarkt

Eine gegenteilige Entwicklung war beim Detailhandel ersichtlich. «Im Vergleich zum Vorjahr legte der Absatz in den Monaten März, April und Mai 2020 bei allen berücksichtigten Gruppen von Milchprodukten zu», schreibt das BLW. Im April 2020 verzeichneten Käse (+28,5 %) und Butter (+28,4 %) die grössten Zunahmen. Stark zugelegt im Vergleich zur Vorjahresperiode haben auch die Butterkäufe im März 2020 (+41,7 %) und im Mai 2020 (+35,6 %).

«Nach der annähernden Stabilität, die Anfang 2020 im Detailhandel beobachtet wurde, markieren diese steigenden Verkaufszahlen eine Trendwende», halten die BLW-Marktexperten fest. Der deutliche Anstieg der Nachfrage im Detailhandel sei im Wesentlichen auf die Schliessung der Gastronomie-Betriebe zurückzuführen. Im Vergleich zum Jahr 2019 erzielte der Detailhandel also eine Umsatzsteigerung.

Dieses Plus in den Supermärkten half gemäss BLW mit, die Auswirkungen des Verkaufsrückgangs im Liefer- und Abholgrosshandel abzuschwächen und den Schweizer Milchmarkt zu stabilisieren.

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