15.03.2019 19:13
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Milcheinlieferungen sinken markant
Die Milcheinlieferungen in der Schweiz sind weiterhin rückläufig. Der Rückgang hat sich gar beschleunigt. Im Januar hat sich Produktion im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5 Prozent zurückgebildet. Eine Trendumkehr ist nicht absehbar.

Seit August 2018 liegen die Einlieferungen unter dem Vorjahreswert. Der trockene und heisse Sommer hat Auswirkungen. Aufgrund tieferer Tierbeständen und schlechterer Futterqualität ist die Milchproduktion gesunken.

Keine Trendumkehr

Im August lag das Minus bei -0.9%. Im September (-1.5%) und Oktober (-0.4 Prozent) hat sich die negative Entwicklung fortgesetzt. Im November hat sich das Minus (-2.3%) deutlich erhöht. Im Dezember wurde -3.8% weniger Milch eingeliefert. Und im Januar 2019 lag das Minus erneut höher.

Gemäss der Monatsstatistik von der Treuhand TSM wurden im Januar 2019 286'718 Tonnen Milch produziert, das sind 14’811 Tonnen oder 4.9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Im Januar 2017 lagen hingegen die Einlieferungen mit 282'922 Tonnen rund 3'800 Tonnen tiefer als im Januar 2019.

Eine Trendumkehr ist in den kommenden Monaten nicht zu erwarten. Dbmilch.ch prognostiziert für den Februar einen Rückgang der Produktion von 3.1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Produktionstrend von BO Butter für den März 2019 weist auf eine abnehmende Erzeugung hin.

5 Rappen sind möglich

Die BOM hat Ende Februar beschlossen, den Richtpreis für die Monate April bis Juni bei 68 Rp./kg Milch zu belassen. Begründet wurde dies mit der stabilen Situation im Milchmarkt bei leicht rückläufigen Milcheinlieferungen. Im Richtpreis inkludiert ist seit dem 1. Januar 2019 die vom Bund direkt mit der Milchproduktion verknüpfte Milchzulage von 4,5 Rp. pro kg. Viele Milchproduzenten werden mit ausbezahlten Preisen von unter 45 Rp./kg abgespiesen. 

Ein ausgewiesener Marktkenner sagte Anfang März gegenüber "Schweizer Bauer": «Wichtige Milchverarbeiter suchen Milch. Beim Produzentenpreis liegen bis zu 5 Rp./kg mehr drin. Dafür müsste die Branche funktionieren.»  Ein grosses Problem ist offenbar, dass die beiden grossen Molkereien Cremo und Hochdorf das ganze Preisniveau nach unten ziehen, auch weil sie Exportkontrakte auf tiefer Preisbasis abgeschlossen haben. Cremo verdient seit Jahren kein Geld oder macht Verlust, Hochdorf steht nach einem Abschreiber in Litauen und Schwierigkeiten beim Export nach China unter grossem Druck der Börse. 

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