19.08.2019 06:02
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Neuseeland
Milchgigant mit hohem Verlust
Der neuseeländische Milchgigant Fonterra hat sich mit seinen Auslandsinvestitionen kräftig verspekuliert und wird im Geschäftsjahr 2018/19 noch höhere Verluste als im Vorjahr einfahren. Der Milchpreis soll nicht tangiert sein.

Wie das genossenschaftliche Unternehmen vergangene Woche mitteilte, wird erstmals in der Firmengeschichte auch keine Dividende für Anteilsscheine gezahlt.

Verlustreiche Beteiligungen

Fonterra-Geschäftsführer Miles Hurrell kündigte auf der Basis noch vorläufiger Zahlen an, dass sich der Verlust im am 31. Juli beendeten Geschäftsjahr auf 590 Mio. NZ$ (214 Mio. Fr.) bis 675 Mio. NZD (425 Mio. Fr.) belaufen werde. 2017/18 war erstmals ein Defizit verzeichnet worden, es lag bei 196 Mio. NZ$ (124 Mio. Fr.). Grund für die tiefroten Zahlen ist laut Hurrell, dass nach eingehenden Überprüfungen die Buchwerte von Unternehmen und Beteiligungen in China, Brasilien, Venezuela, Australien und Neuseeland nach unten korrigiert werden müssen.

Die Wertberichtigungen werden sich auf bis zu 860 Mio NZ$ (542 Mio. Fr-.) belaufen. Dazu gehören etwa das mit Nestlé betriebene brasilianische Gemeinschaftsunternehmen Dairy Partners America oder die selbst betriebenen Milchfarmen in China, deren Buchwert um jeweils rund 200 Mio. NZD (126 Mio. Fr.) verringert werden müssen.

Milchpreis soll nicht gekürzt werden

„Wir sind sicher, dass Landwirte und Anteilseigner von diesen Abschreibungen zu Recht enttäuscht sein werden“, erklärte Hurrell. Dies sei aber notwendig, um die Realität widerzuspiegeln. Er hob hervor, dass das operative Geschäft davon in keiner Weise beeinträchtigt sei. Der Cashflow sei nach wie vor hoch, die Verschuldung habe sich verringert und die Geschäftsentwicklung im Firmenjahr 2018/19 habe der jüngsten Gewinnprognose entsprochen, die nun aber durch die Wertberichtung zu einem Verlust je Anteilsschein von 0,37 NZ$ (23 Rp.) bis 0,42 NZ$ (26 Rp.) führe.

Fonterra-Vorsitzender John Morgan erklärte, „die Nichtzahlung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2018/19 ist Teil unserer erklärten Absicht, die Schulden des Genossenschaftsunternehmens zu reduzieren, was im langfristigen Interesse aller Beteiligten liegt“. Der anvisierte Milchpreis für 2018/19 soll dem Unternehmen zufolge nicht gekürzt werden.

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