25.05.2016 11:52
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann/blu
Milchmarkt
Milchgipfel: Branche soll sich zu Bauern bekennen
Am Freitag findet auf dem Gurten bei Bern der Milchgipfel statt. Eingeladen sind Vertreter der Bauern, der Milchbranche, der Politik und der Verwaltung. Vieles scheint aber schon vor dem Gipfel geklärt und abgesprochen. Was versprechen Sie sich vom Gipfel? Diskutieren Sie mit und stimmen Sie ab.

Die Vorbereitungen für den Milchgipfel vom Freitag auf dem Gurten bei Bern laufen auf Hochtouren. Vieles ist offenbar schon abgesprochen, ohne dass eine Diskussion stattgefunden hat. Der Schweizer Bauernverband (SBV) berichtete bereits letzte Woche in den SBV-News von den Vorbereitungen: «In der Zwischenzeit legten die Verantwortlichen Botschaften und Inhalt des Manifests fest. Als Nächstes steht nun das Briefing der Referenten, das Verfassen der Referate und der Medienmitteilung auf dem Programm.»

«Bloss ein roter Faden»

Das wirft die Frage auf, ob die Organisatoren SBV, Schweizer Milchproduzenten (SMP) und Branchenorganisation Milch (BOM) den Gipfel bis ins Detail steuern und ob das Ergebnis des Gipfels bekannt ist, bevor dieser überhaupt stattgefunden hat. Die SMP, deren Logo auf dem Einladungsbrief ganz oben links steht, stellen diesen Verdacht in Abrede.

«Wir haben die grossen Linien festgelegt, damit der Gipfel einen roten Faden hat», sagt SMP-Kommunikationschef Reto Burkhardt. Den Referenten habe man Fragen gestellt, auf die sie in ihren Kurzreferaten eingehen sollen. Er betont, die Medienmitteilung liege nicht bereits fertig vor.

Bekenntnisse einholen

Der «Schweizer Bauer» hingegen hat vernommen, dass SMP-Angestellte für Referenten das Referat verfassen. Auch das stellt Burkhardt in Abrede: «Die angefragten Milchproduzenten sollen am Gipfel darlegen, was die aktuelle Situation aus ihrer Sicht  bedeutet. In ihren Aussagen sind sie natürlich frei. Die Geschäftsstelle unterstützt sie dabei nur, was die Übersetzung betrifft.»

Die Organisatoren wollen mit dem Gipfel nicht nur Wut und Resignation der Milchbauern aufnehmen, sondern von Verarbeitern,  Detailhändlern und Politik ein Bekenntnis zum «Milchland Schweiz» einholen. Ein Manifest «Zukunft Milchland Schweiz – Wege aus der Krise» soll vorgestellt werden.

90 Minuten Referate und nur 30 Minuten Diskussion

Der Milchgipfel findet am Freitag, 27. Mai, von 9 Uhr bis 13 Uhr auf dem Gurten bei Bern in der Kulturscheune UPtown statt. Den sogenannten Gurtenpark betreibt übrigens die Migros Aare, was aber laut den Organisatoren nicht überinterpretiert werden darf. 

Das Programm lautet gemäss Einladung wie folgt:

ab 9 Uhr Ankunft, Kaffee
9.30 Begrüssung: Ernst Landolt, Regierungsrat Schaffhausen (Moderator)
9.35 Uhr Eröffnung, Ziele: Hanspeter Kern, SMP-Präsident 
9.50 Uhr Situation der Milchproduzenten: Jacques Bourgeois, SBV-Direktor.
10 Uhr Sicht der Milchbranche: Markus Zemp, Präsident BOM
10.10 Uhr Statements von Milchproduzenten: Rudolf Bigler, Moosseedorf BE, Verwaltungsrat der Aaremilch, Vizepräsident der BO Milch; Christophe Noël, Vuissens FR, Verwaltungsrat der Fédération des Sociétés Fribourgeoises de Laiterie, 1. Vizepräsident SMP 
Statements aus der Verarbeitung: Urs Riedener, CEO Emmi; Paul-Albert Nobs, CEO Cremo
Statements aus dem Detailhandel: Joos Sutter, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Coop-Gruppe; Stefan Gygli, Vertreter des Migros-Genossenschafts-Bunds im BOM-Vorstand
10.45 Uhr Statement Bund: Bernard Lehmann, Direktor des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW)
11.05 Uhr Handlungsmöglichkeiten und Forderungen: Markus Ritter, Präsident SBV
11.20 Uhr Diskussion und Fragen: Ernst Landolt, Regierungsrat Schaffhausen (Moderator)
11.50 Uhr Synthese, Präsentation «Manifest»: Hanspeter Kern, Präsident SMP
12.05 Uhr Abschluss und Apéro

Zum Gipfel eingeladen haben die Schweizer Milchproduzenten (SMP), der Schweizer Bauernverband (SBV) und die Branchenorganisation Milch (BOM). sal

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