10.04.2018 18:28
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Detailhandel
Mit Dorfläden auf Erfolgskurs
Der Detailhändler Volg hat letztes Jahr einmal mehr gezeigt, wie er mit Dorfläden stetig weiter wachsen und verdienen kann. Aus Sicht von Konzernchef Ferdinand Hirsig ist das Wachstumspotenzial angesichts etlicher weisser Flecken hierzulande noch nicht erschöpft.

In einem stagnierenden Detailhandels-Markt ist Volg auch letztes Jahr über dem Markt gewachsen. Trotz rückläufiger Preise steigerte der Detailhändler den Umsatz um 1,3 Prozent auf knapp 1,49 Milliarden Franken.

Der Gewinn erhöhte sich um 1,2 Prozent auf 6,06 Millionen Franken leicht, wie Unternehmenschef Ferdinand Hirsig am Dienstag vor den Medien sagte. Der Aufwand nahm zwar unter anderem wegen höherer Werbeausgaben zu. Doch dem standen tiefere Abschreibungen gegenüber.

Überflug der Tankstellenshops

Die 582 Volg-Dorfläden (Vorjahr 585) als wichtigster Absatzkanal der Gruppe steigerten den Umsatz um 1 Prozent auf 1,13 Milliarden Franken. Während die Gesamtfläche der Läden leicht schrumpfte, stieg der durchschnittliche Umsatz pro Quadratmeter um 1,8 Prozent.

Die von Volg belieferten 258 freien Detaillisten erzielten einen Umsatz von 98 Millionen Franken, eine Million mehr als im Vorjahr. Überdurchschnittlich gewachsen sind die Tankstellenshops. Die 90 Agrola TopShops steigerten den Umsatz um 2,8 Prozent auf 257 Millionen Franken. Hinzu kam letztes Jahr ein Shop. «Unser Fokus auf kleine Flächen auf dem Land zahlt sich aus», sagte Hirsig. Bewährt habe sich auch die Zusammenarbeit mit der Post.

Volg offen für weitere Postagenturen

Inzwischen können Kunden in 331 Filialen auch Postgeschäfte erledigen. Letztes Jahr stiessen 49 Postagenturen dazu. Ob weitere folgen werden, hänge nicht von Volg ab, sagte Hirsig. «Wir bieten der Post Hand, entschieden wird von der Post«, führt er aus.

Da der langjährige Chef Hirsig nächstes Jahr 63 Jahre alt wird, sei Volg jetzt daran einen Nachfolger zu suchen. Hirsig ergänzt: »Nach meiner Pensionierung wird es bei Volg aber keine Revolution geben.« Die strategischen Leitplanken würde Fenaco setzen. Volg gehört zum genossenschaftlich organisierten Landwirtschaftskonzern Fenaco.

Per Ende März 2018 lag der Umsatz der Volg-Läden wie auch der Volg Konsumwaren AG auf Vorjahresniveau. Damit zeigte sich Hirsig sehr zufrieden. Denn der Vergleichszeitraum im Vorjahr sei dank des damaligen guten Wetters ausserordentlich stark gewesen.

Wachsen in der Romandie

Wachstumspotenzial sieht Hirsig einerseits in der Sortimentserweiterung und andererseits in zahlreichen Dörfern, wo Volg noch nicht präsent ist. »Pro Jahr eröffnen wir rund 6 bis 10 Läden«, sagte er. Im laufenden Jahr komme die Expansion in der Romandie und im Oberwallis gut voran. Nach einer Eröffnung in Binn letzten Monat folgten die nächsten Wochen neue Läden in Ernen und Lax im Oberwallis.

Im Kanton Jura werden sechs bis acht von 30 Mini-Marché-Verkaufsstellen als Volg-Läden weiterbetrieben. Die Genossenschaft Mini-Marché entschied Ende 2017, sich aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE