31.01.2015 06:15
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Futtermittel
Mit Euro rutschen Futterpreise
Das BLW senkt die Zölle für importierte Futtermittel. Mit der Zollsenkung und dem schwachen Euro geraten jetzt die Futtermittelpreise ins Rutschen. Wegen des Schwellenpreissystems aber nur in beschränktem Ausmass.

Melior kündigt Preissenkungen bei Futtermitteln ab nächstem Montag an. «Bei hochprozentigen Proteinkonzentraten bei allen Tierkategorien machen wir Abschläge von bis zu 3.50 Fr./100 kg, bei Produkten wie ausgeglichene Leistungsfutter für Milchvieh und Alleinfutter für Schweine bis zu 1.50 Fr./100 kg», sagt Marketingleiter Ueli Aeschbacher. Grund seien tiefere Preise für die Rohwaren Soja und Maiskleber. 

Energiebetontes Mischfutter wird nicht billiger

«Kontinuierliche Rationalisierungsmassnahmen wie z.B. Produktion und Logistik machen Abschläge in dieser Grössenordnung aber erst möglich», betont er. Bei energiebetonten Mischfuttern seien aufgrund des Grenzschutzes über das Schwellenpreissystem keine Preissenkungen möglich, erklärt Aeschbacher.

Auch Jocelyn Bussy, Verkaufsleiter bei der Provimi Kliba SA, stellt mittelfristig eine Preissenkung in Aussicht: «Wir kaufen Soja einige Zeit im Voraus und haben deshalb noch Lagerbestände. Wenn wir im Frühling das Soja günstiger einkaufen können, werden wir die Futtermittelpreise senken.» Es gebe auch einige Produkte wie etwa Mineralstoffeimer, die kurzfristig eingekauft würden und wo die Preise deshalb sofort sänken.

Etwas anders sieht es bei UFA aus. «Momentan haben wir keine Preissenkung zu kommunizieren. Wir haben erst vor Kurzem einen Preisabschlag gemacht, der allerdings unabhängig von der Währungssituation erfolgte», sagt Lukas Grüter. Man sei aber laufend daran, die Preise aufgrund der neuen Situation nachzurechnen: «Wenn wir sehen, dass wir etwas weitergeben können, dann machen wir es.»

Importzölle gesenkt

Am Mittwoch kündigte das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) zudem an, die Importzölle für verschiedene Futtermittel wie Gerste, Mais oder Triticale per 1. Februar zu senken. Nicht zufrieden damit sind die Schweizer Getreideproduzenten (SGPV). «Wir können den Beschluss des BLW nicht nachvollziehen. Denn wir haben noch immer Inlandgetreide an Lager», sagt SGPV-Präsident Fritz Glauser. So reiche die Schweizer Gerste bis März. «Die Futtermittelfabrikanten kommen jetzt billiger zu Rohstoff. Das, was den Getreideproduzenten mit der Ernte 2015 verlustig geht, kommt hoffentlich den Tierhaltern zugute», so Glauser.

Diese Hoffnung dürfte nur teilweise erfüllt werden. Denn der Effekt des schwachen Euros werde im Schwellenpreissystem bei Produkten wie Futterweizen, Gerste oder Triticale durch die Anpassung der Zölle ausgeglichen, bestätigt Walter Ingold vom BLW die Argumentation von Melior. Doch wenigstens bei Sojaschrot oder Maiskleber, wo das Schwellenpreissystem nicht greift, sollten die Bauern von deutlich tieferen Preisen profitieren können.

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