27.09.2019 09:52
Quelle: schweizerbauer.ch - mgt/blu
Detailhandel
Nachfrage nach Frischbrot sinkt
Wertmässig hat der Brot- und Backwaren-Markt zwischen Juli 2017 und Juni 2019 um 1.2% zugelegt, mengenmässig ging der Absatz um 1.4% zurück.

Für 1,8 Milliarden Franken wurden zwischen Juli 18 und Juni 19 Brot und Backwaren im Detailhandel eingekauft, wie es im Marktbericht zum Getreidejahr des BLW-Fachbereichs Marktanalyse heisst. Dies entspricht rund 200'000 Tonnen.

Grossbrote weniger beliebt

Sowohl mengen- als auch umsatzmässig sind Frischbrote, die mit Abstand wichtigste Kategorie im Brot- und Backwarenbereich mit 47.9% resp. 55.4% Marktanteil. Eine genauere Betrachtung der einzelnen Subkategorien bei Frischbrot zeigt, dass insbesondere Grossbrote deutlich weniger nachgefragt werden. Die Nachfrage nach Grossbroten ging von Juni17 zu Juni19 um rund 4.6% (118'000 auf ca. 114'000 Tonnen) zurück, was einem Minus von 3'871 Tonnen entspricht.

Mit einem Rückgang von 5.5% verzeichnete die Subkategorie Zöpfe prozentual einen noch stärkeren Nachfrageverlust. Absolut entspricht dies einem Minus von 795 Tonnen. Die Zunahme von 922 Tonnen (+4.8%) bei der Subkategorie Kleinbrote und Gipfeli vermag damit den Rückgang bei den Zöpfen zu kompensieren, nicht aber jenen bei den Grossbroten.

Gipfeliumsatz steigt

Bei den Umsätzen zeigt sich ein gegenteiliges Bild. Von Juli 2017 bis Juni 2018 wurden im Schweizer Detailhandel Brot und Backwaren im Wert von 1782.2 Mio. Fr. umgesetzt. Von Juli 2018 bis Juni 2019 waren es 1804.4 Mio. Fr. Das ist ein Plus von 1.2%. Mit einem Umsatzplus von 12.7 Mio. Fr. war der Frischbrotbereich für mehr als die Hälfte der Umsatzsteigerung verantwortlich. Der Umsatz stieg in dieser Subkategorie von 852 auf 864 Mio. Fr. (+1.5%).

Die Steigerung in der Kategorie Frischbrote geht vornehmlich auf die Entwicklung in der Subkategorie Kleinbrote/Gipfeli zurück, welche ein deutliches Wachstumplus von 12.8 Mio. Fr. verzeichnete (+5.2%). Der Umsatz mit Zöpfen verlief rückläufig (-3%) und jener für Grossbrote blieb in etwa konstant bei 500 Mio. Fr. Mit Ausnahmen von Patisserie sowie Brot haltbar konnten in allen übrigen Kategorien die Umsätze gesteigert werden. Die stärkste Zunahme verzeichnete die Kategorie Teige (+4.5%) vor Dauerbackwaren (+2.9%) und Backwaren (+1.6%).

Verändernden Konsumgewohnheiten

Der Durchschnittspreis für ein Kilogramm Brot/Backwaren lag im Juni 19 bei 8.75 Fr. Im Juni 17 betrug der Preis 8.52 Fr. pro Kilo im Schweizer Detailhandel. Dies entspricht einer Preissteigerung von rund 2.7%. Zwei Aspekte sind gemäss BLW dafür verantwortlich. Beide lassen sich mit verändernden Konsumgewohnheiten erklären. Die zunehmende Nachfrage nach Kleinbroten und Gipfeli ist eine direkte Folge unserer zunehmenden Mobilität. Das klassische Morgenessen verlagert sich von Zuhause auf den Arbeitsweg.

Der andere Grund basiert ebenfalls auf einem geänderten Konsumverhalten. So hat sich die Nachfrage im Frischbrotbereich weg von klassischen Weiss- oder Ruchbroten hin zu Spezialbroten wie Vollkorn- oder Zwirbelbrote entwickelt.

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