13.08.2018 12:09
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Neue Coop-Milch in den Läden
Detailhändlerin Coop erhöht die Mindestanforderungen für konventionelle Milch. Am Montag wurde bei der der Past-Milch-Eigenmarke der neue Produktionsstandard eingeführt. Die Bauern erhalten für diese Milch einen höheren Milchpreis.

Bereits Mitte Februar kündigte Coop eine neue Milch gegenüber «Schweizer Bauer» an. «Wir möchten Milchbauern, die für uns Milch produzieren und die Tierwohl-Standards BTS (besonders tierfreundliche Stallhaltung) und Raus (Regelmässiger Auslauf ins Freie) erfüllen. Die Bauern sollen für ihre Aufwände und Anstrengungen einen angemessenen Milchpreis erhalten», sagte Philipp Wyss, Leiter Direktion Marketing/Beschaffung bei Coop, damals.

Raus, BTS und GMF

Mitte Juni zog Coop-Chef Joos Sutter in der «Sonntagzeitung» nach. Die Milch stehe derzeit nicht so hoch im Kurs, sagt Sutter. Er liess verlauten, dass künftig für sämtliche Milchprodukte der Eigenmarkte Qualité & Prix nur noch Milch verwendet wird, die höhere Tierwohlstandards erfüllt. Sutter zeigte sich überzeugt, dass dank den höheren Standards der Milchkonsum wieder zunehmen wird. 

Erreichen will dies Coop mit strengeren Produktionsstandards. Der neue Standard baut auf drei bestehenden Bundesprogrammen auf. Um künftig für Coop die Standard-Milch liefern zu dürfen, müssen die Schweizer Landwirte das Bundesprogramm Raus (Regelmässiger Auslauf im Freien) erfüllen. Zusätzlich muss durch den Landwirt mindestens eines der beiden Bundesprogramme BTS (Besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme) und GMF (Graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion) erfüllt werden.

4 bis 6 Rappen mehr pro Kilo

Milchbauern, die am Coop-Milch-Programm teilnehmen, erhalten von Coop mindestens 4 Rappen mehr pro Kilogramm Milch. Erfüllen sie neben RAUS sowohl BTS als auch GMF erfüllen, wird ihnen mindestens 6 Rappen mehr pro Kilogramm Milch bezahlt. 

Coop erhöht in diesem Zusammenhang den Preis der Eigenmarken-Past-Milch um 5 Rappen pro Kilogramm. Das Unternehmen garantiert, dass der Mehrerlös vollumfänglich bei den Milchbauern ankommt. «Trotz unternehmerischem Risiko werden die Kunden den Mehrwert schätzen», zeigte sich Coop-Chef Sutter überzeugt.

63 Prozent der Betriebe erfüllen Kriterien

2016 haben 63% der Betriebe mit 75% aller Milchkühe die neuen Coop-Kriterien erfüllt. Zu Beginn der Umstellung werden «nur» rund 100 Milchbauern vom neuen Coop-Bonus profitieren können. Es werden dies Emmi-Lieferanten rund um die Verarbeitungsstätten Suhr AG und Frenkendorf BL sein, die auf eine Emmi-Anfrage am schnellsten reagierten. In den Monaten danach werden je nach Absatz immer mehr Bauern ins Programm aufgenommen.

Und Coop plant einen Ausbau der Produkte-Linie mit den neuen Standards. «Ziel ist es, die gesamte konventionelle Coop-Milch auf den neuen, nachhaltigen Standard umzustellen. In einem nächsten Schritt wird darum auch die Past-Milch in der Romandie und im Tessin im neuen Standard erhältlich sein», schreibt Coop am Montag. In weiterem Schritt sollen beispielsweise UHT-Milch, Rahm, Butter und weitere Milchprodukte umgestellt werden.

Bei Coop ist nach eigenen Angaben jede dritte Konsummilch eine sogenannte Mehrwertmilch. Dazu zählen etwa Naturaplan-, Demeter-, Pro-Montagna- oder Heumilch. «Das neue Coop-Milchprogramm erhöht und vereinheitlicht nun auch den Standard der konventionellen Milch. Damit leistet Coop einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Schweizer Milchwirtschaft», schreibt die Basler Detailhändlerin.

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