10.07.2019 17:20
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Hasler
Bio Suisse
Neue haben es sehr schwer
Der Vorstand von Bio Suisse hat eine neue Politik zur Vergabe der Marke «Knospe» beschlossen.

Die Schweizer Bio-Produzenten wären auf einen Mehrabsatz von Bioprodukten  angewiesen. Bei Biomilch und Bio-Getreide staut sich die Produktion.

Rückschlag für Aldi

Mehr Schweizer Bio-Rohprodukte und mehr verarbeitete Bio-Produkte bräuchten also dringend eine breitere Distribution. Der Absatz sollte Hand in Hand mit der gewollt steigenden Produktion wachsen. Mit einem klar definierten 3-Stufen-System soll nun klar gregelt werden, welche Anforderungen erfüllt werden müssen.

Bereits seit mehreren Jahren bemüht sich Aldi Suisse um die Knospe auf den Bio-Eigenprodukten. «Für uns ist die neue Distributionspolitik überraschend und enttäuschend», erklärt Phillipe Vetterli von der Aldi-Suisse-Medienstelle. Bereits seit mehreren Jahren arbeite man zusammen an einem verbindlichen Richtplan, und von Seiten Aldis habe man bisher alle gestellten Anforderungen erfüllen können.

«Ehepartner» Coop

«Uns lag bereits ein Markennutzungsvertrag sowie die dazugehörige Gebührenordnung von Bio Suisse vor», erklärt Vetterli weiter. Das stehe nun alles vor einem grossen Fragezeichen. Denn: Für die dritte und höchste Stufe könne sich kein Discounter qualifizieren, denn dazu müsste Aldi in seinem Standardsortiment eine definierte Anzahl Bio-Produkte haben, was in diesem Fall rund die Hälfte des Sortiments ausmachen würde. Für Aldi ist diese Forderung illusorisch. Deshalb werden Aldi und Lidl ihre «konstruktiven Gespräche» wieder bei null beginnen müssen.

Der langjährige Partner Coop verweist bei der Anfrage, wie sich nun Coop in diesem Stufensystem einordne, auf Bio Suisse. Coop dürfte in dieser Sache ein Machtwort gesprochen haben, denn laut Insidern habe sich Coop an den zuvor tiefen Anforderungen an die Discounter gestört. Das Thema dürfte aber noch nicht gegessen sein. An der Delegiertenversammlung von Bio Suisse wird dies  zu reden geben.

Die drei Stufen

Wer bestimmte Kriterien erfüllt, darf:

Stufe 1: In eigenen Medien kommunizieren, dass sämtliche Bio-Rohprodukte aus der Schweiz von Bio-Suisse-Betrieben stammen.
Stufe 2: Logo Bio Suisse auf Eigenmarken verwenden.
Stufe 3 (höchste Stufe): Auf Eigenmarken und in der Kommunikation die Knospe verwenden. 

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE