Sonntag, 29. November 2020
19.05.2020 09:09
Fleisch

Neue Produzenten gesucht

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Von: bki

Mit dem neuen Programm «Silvestri-Milchkalb» wollen die Spar-Gruppe Schweiz und die Linus Silvestri AG den Kalbfleischmarkt ankurbeln. Hauptargument des Labels ist die Ausmast der Kälber auf dem Geburtsbetrieb.

Kalbfleisch wird immer weniger gegessen. Und nicht nur in den letzten Monaten, als die geschlossenen Restaurants den Nachfragerückgang zusätzlich verstärkt haben. Allein im letzten Jahr ging laut dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) der Verkauf von Kalbfleisch im Detailhandel um 1,8% zurück.

Sinkender Absatz

Die Inlandproduktion von Kalbfleisch sank 2019 um 2,5%. Dieser Produktionsrückgang lässt sich einerseits mit dem abnehmenden Milchkuhbestand der Schweiz erklären, aber andererseits auch durch die sinkende Nachfrage. Kalbfleisch kämpft mit Imageproblemen. Die Fleischfarbe, der Zukauf von Tränkekälbern und der Antibiotikaeinsatz auf den Mastbetrieben sind die wiederkehrenden Themen. 

Die Spar-Gruppe Schweiz will nun in Zusammenarbeit mit der Linus Silvestri AG unter dem Label «Silvestri-Milchkalb» Kalbfleisch produzieren, bei dem diese Probleme mindestens teilweise gelöst wurden. Die Initianten sind überzeugt, dass das neue Programm den Kundenbedürfnissen entspreche. Fredy Manser, Sortimentsmanager Fleisch und Geflügel bei Spar, sagt: «Der aktuelle Absatzmarkt für Kalbfleisch ist angespannt und sehr schwierig.» Es sei es nun an der Zeit, beim Kalbfleisch im Detailhandel und in der Gastronomie etwas zu bewegen.

Spar-Gruppe

Zur Spar-Gruppe Schweiz mit Sitz in Gossau SG gehören 190 Filialen sowie 11 TopCC-Abholmärkte. Drei Viertel der Läden werden von Detaillisten im Franchising-System geführt. Spar setzt auf Supermärkte in der Nachbarschaft, auf frische, lokale und biologische Produkte. bki

Mast auf Geburtsbetrieb

Kernpunkt des neuen Labels sind die Aufzucht und die Ausmast der Kälber auf dem Geburtsbetrieb. «Will man den Antibiotikaeinsatz in der Kälbermast drastisch senken und damit das Image des Schweizer Kalbfleischs deutlich verbessern, ist die Ausmast der Kälber auf dem Geburtsbetrieb der Königsweg», ist Remo Ackermann, Geschäftsführer Linus Silvestri AG, sicher.

Das Handelsunternehmen stehe für Werte wie Tierwohl, Nachhaltigkeit und Fairtrade. Mit dem neuen Kälbermastprogramm könnten die Produzenten die Wertschöpfung auf den eigenen Betrieben steigern, ergänzt er. Silvestri-Milchkalbfleisch ist ab September in allen Spar-Filialen und den TopCC-Abholmärkten erhältlich. Laut der Linus Silvestri AG seien die Resultate der Testschlachtungen bezüglich Schlachtkörperkonformität und Fleischqualität durchweg positiv.

100 Betriebe gesucht

Die Produzenten erhalten einen Labelzuschlag von 2 Fr./kg SG auf den wöchentlich von Proviande publizierten Richtpreis für Kälber T3. Das maximale Schlachtgewicht liegt bei 160 Kilogramm. Bei einem Gewicht zwischen 110 bis 140 Kilogramm  gebe es keine Gewichtsabzüge, heisst es seitens des Handelsunternehmens. Das Höchstalter bei der Schlachtung beträgt 240 Tage. Ab 190 Tagen gibt es Abzüge.

Geschlachtet werden die Kälber vorerst im Schlachtbetrieb St.Gallen (SBAG). Dort sollen pro Woche 30 bis 40 Silvestri-Milchkälber verarbeitet werden. Pro Jahr also rund 2000 Kälber. Um diese Produktion zu erreichen, sucht die Linus Silvestri AG um die hundert Milchproduktionsbetriebe — vorzugsweise in der Ost- und Zentralschweiz und im Mittelland —, die ihre Kälber auf dem eigenen Betrieb mästen und als Silvestri-Milchkalb vermarkten wollen.

-> Infos gibt es hier

Anforderungen Silvestri-Milchkalb 

  • Grundanforderung: Die Betriebe müssen die gesamtbetrieblichen Grundanforderungen von IP-Suisse, die Richtlinien Tierhaltung sowie Biodiversität und Ressourcenschutz einhalten. Die Raus-Anforderungen müssen eingehalten werden.
  • Herkunft der Tiere: Die Kälber müssen bis zur Schlachtung ununterbrochen auf dem Geburtsbetrieb leben. Tierzukäufe sind nicht möglich.
  • Fütterung: Jedem Kalb müssen mind. 1000 l Vollmilch aus GMF-Produktion vertränkt werden. Milchersatzpulver ist als Ergänzung zugelassen. Die Gabe von Raufutter ist obligatorisch.
  • Kontrolle: Sämtliche Betriebe werden mindestens einmal jährlich kontrolliert (inkl. Ressourcenschutz und Biodiversität). Die Kontrolle und Zertifizierung erfolgt über die Datenbank Labelbase der Identitas AG.
  • Vertrag: Die Linus Silvestri AG schliesst mit sämtlichen Produzenten einen Vetrag ab. Die Produktionsmenge wird vereinbart. bki 

 

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