25.06.2020 09:53
Quelle: schweizerbauer.ch - mgt/blu
Unternehmen
Neuer Produktionschef für Hochdorf
Der Verwaltungsrat der Hochdorf-Gruppe hat Geza Somogyi (42) zum neuen Chief Operations Officer (COO) und Mitglied der Geschäftsleitung ernannt. Der neue Produktionschef wird per 1. Juli Nachfolger von Christoph Peternell, der den Milchverarbeiter auf eigenen Wunsch per sofort verlässt.

Geza Somogyi ist ausgebildeter Lebensmittelingenieur. Gemäss Mitteilung hatte der Ungare während der vergangenen 18 Jahre verschiedene leitende Positionen in der Molkerei- und Babymilchpulverproduktion inne.

Danone und Mars

Von 2015 bis 2020 war er bei Danone/Milupa in Fulda (D) zuständig für die Leitung und Optimierung der Produktion mehrerer Werke. Weiter war er verantwortlich für die Registrierung der deutschen Werke und Rezepturen als Voraussetzung für den Markteintritt in China. Davor führte er für Danone einen Milchverarbeitungsbetrieb in Budapest (H). Von 2002 bis 2013 war er bei Mars in Bokros (H), einem Hersteller von Tierfutter, als Entwicklungsingenieur, Leiter eines Schichtbetriebes und verantwortlicher Leiter der Produktion tätig.

Der aktuelle Produktionschef Christoph Peternell, der seit 2015 für Hochdorf tätig ist, verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch per sofort.

Pharmalys als Grund

Die vergangenen Monate waren für das Innerschweizer Unternehmen nicht einfach. Im März gab Hochdorf die Zahlen aus dem Jahr 2019 bekannt. Diese waren miserabel.

Die Gewinnzahlen waren auf allen Stufen tiefrot: Konkret kommunizierte Hochdorf einen Ebit von -265,3 Mio. Fr. (2018: +18,6 Mio. Fr.) und einen Verlust von 271,4 Mio. Fr. (2018: +8,7 Mio. Fr.). Der Umsatz brach 2019 um 18,6% auf 456,8 Mio. Fr. zusammen. Als Grund für die Krise wurde vor allem die 51-%-Tochter Pharmalys genannt. Die Herstellerin von Babynahrung-Produkten hatte sich deutlich schlechter als erwartet entwickelt. 

Die Beteiligung wurde für 100 Millionen Franken an Minderheitsaktionär Amir Mechria verkauft. Das ist viel weniger, als Hochdorf seinerzeit für die 51%-Beteiligung bezahlt hatte: 245 Millionen Franken, davon rund 114 Millionen in bar und 131 Millionen Franken in Form einer Pflichtwandelanleihe.

Weniger Milch verarbeitet

Zudem verarbeitet Hochdorf im vergangenen Jahr 4.7 Prozent weniger Schweizer Milch. Die Menge sank um 17'400 Tonnen auf 391'409 Tonnen Milch und Molke. Zurückgeführt wurde dies auf die tieferen Milcheinlieferungen in der Schweiz und den schlechteren Milchpreis im Vergleich zur Konkurrenz.

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