17.06.2013 06:46
Quelle: schweizerbauer.ch - Mike Bauert/blu
Kälbermast
Neues Kalbfleischlabel lanciert
Die Gefu Oberle Gruppe kommt mit dem Kalbfleischlabel «Gefu Swisskalb» auf den Markt und will künftig 20'000 Kälber so vermarkten. Auslaufhaltung, CO2-neutral und nachhaltig sind wichtige Punkte des Labels.

Die Gefu Oberle Gruppe lanciert per 1. Juli  unter dem Namen «Gefu Swisskalb» ein Produktionslabel für Kalbfleisch. Die Raus-Haltung ist dabei ein zentraler Punkt, um das Tierwohl und die Gesundheit zu steigern. Gemäss Jörg Oberle war der kostendeckende Absatz von Raus-Kälbern bis jetzt schwierig. «Trotzdem haben wir in den vergangenen Jahren den Bereich der Betriebe mit Raus-Haltung laufend ausgebaut. In der letzten Zeit stellen wir fest, dass der Trend ganz klar in diese Richtung geht und die Nachfrage deutlich steigt», erklärt Oberle.

Fütterung optimieren

Mit der Haltung alleine sei es aber noch nicht getan. Eine artgerechte Fütterung, welche die Bedürfnisse des Mastkalbes als «Säugling» und als Wiederkäuer respektiert, sei ebenfalls entscheidend. «Unser Ziel ist, das Tierwohl sowie die Gesundheit – durch optimale Eisenversorgung = röteres Fleisch – zu steigern», betont Andreas Santschi, der neue Labelverantwortliche der Gefu Gruppe.

Das Fütterungskonzept berücksichtigt unter anderem die Resultate der Raufutterstudie. Diese zeigte auf, dass in der Kombimast mit Vollmilch trotz Raufutter 37 Prozent der Kälber Magengeschwüre hatten. «Unsere Fütterungsstrategie, welche die Ansprüche des Kalbes berücksichtigt, brachte mit 7 Prozent Labmagenenläsionen ein deutlich besseres Resultat. Wir sind auf dem richtigen Weg», so Santschi.

CO2-neutrales Futter

Das neue Label gewährleistet auch das Gesundheits- und Medikamenten-Monitoring durch die VET-Kälberpraxis von Corinne Bähler und will den Antibiotikaeinsatz  senken.

Ein Vorteil, welcher das neue Label bietet, ist die CO2-neutrale Fütterung mit dem Bestreben, die ökologische Produktion zu fördern und die Umwelt zu schützen. Ein glaubwürdiges Controlling durch alle am Prozess Beteiligten (Produzent, Labelverantwortlicher, Tierarzt und Tierschutz) soll die Nachhaltigkeit des ganzen Labels  gewährleisten und weiter entwickeln. «Mit diesen Kernpunkten übertrifft das Gefu-Swisskalb alle konventionellen Labels bei Weitem», ist Oberle überzeugt.

Ab August ist Emmentaler-Bauernkalb auf dem Markt

Anfang Mai wurde ebenfalls ein neues Kalbfleischlabel vorgestellt: Das «Emmentaler Bauern-Kalb». «Pro Jahr rechnen wir mit 3500 bis 4000 Kälbern, welche unter dem neuen Label vermarktet werden», erklärt Kurt Baumann, Geschäftsleiter der Reber/Ernst Sutter AG, gegenüber dem "Schweizer Bauer". «Wir wollen mit dem Emmentaler Bauern-Kalb ein regionales Premium-Produkt, mit dem wir die bäuerliche Produktion unterstützen. Wichtig ist uns, dass der Weg der Logistik vom Mäster bis zu uns möglichst einfach und kurz ist», betont Baumann.

Tiere, die den Raus-Standard erfüllen, erhalten nebst einem Labelzuschlag eine zusätzliche Prämie von 10 Rappen pro Kilo Schlachtgewicht. IPS-Mäster, die den Raus-Standard erfüllen, erhalten einen Zuschlag von 50 Rappen pro kg/SG. Liefern können alle, ob Händler oder Bauern, welche die Einkaufsbestimmungen einhalten. Angeboten wird das Kalbfleisch ab August in den Läden von Manor in der Romandie.

 

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