2.01.2015 06:55
Quelle: schweizerbauer.ch - Raphael Bühlmann
Milchmarkt
Noch nie wurde mehr Milch produziert
Noch nie waren die Schweizer Milchbauern produktiver als 2014. Und dies trotz Einbussen bei Milchpreis und Direktzahlungen.

Die Schweizer Bauern setzten auch 2014 auf den Produktionszweig Milch. Entgegen der agrarpolitischen Stossrichtung und dem Wegfall der Tierbeiträge waren die Schweizer Milchproduzenten im vergangenen Jahr so produktiv wie nie zuvor.
Dabei waren die Milchanlieferungen zu Beginn des Jahres auf ähnlich hohem Niveau wie im Rekordjahr 2012. Ab dem Monat Mai wurde dann deutlich mehr Milch abgeliefert als in den Vorjahren.

Bis Ende Oktober vermeldete die TSM-Treuhand GmbH eine totale Produktion von knapp 3Mio. Tonnen. Für das ganze Jahr 2014 geht TSM von einer vermarkteten Milchmenge von 3,47 Mio. Tonnen aus. Stimmen die Schätzungen, hätten die Schweizer Bauern 2014 damit so viel Milch produziert wie nie zuvor und  den alten Rekordwert von 2012 übertroffen. Dabei bemerkenswert ist, dass der Milchkuhbestand 2014 rund 2Prozent tiefer lag als vor zwei Jahren.

Eine markante Mengensteigerung wurde insbesondere bei der Biomilch verzeichnet. Mit 185242 Tonnen bis im Monat Oktober lag die Biomilchproduktion um 4,4 Prozent über der vergleichbaren Vorjahresmenge.

Sinkender A-Preis

Die Mehrproduktion konnte vom Markt nur teilweise aufgenommen werden, und die Butterlager stiegen kontinuierlich an. Um den Preis für die Inlandmilch zu stützen, gründeten im März zehn Milchhandelsorganisationen unter der Führung der Schweizer Milchproduzenten (SMP) die Lactofama AG. Diese übernahm die Vermarktung von saisonalen Überschüssen von Milchfett, wofür die Produzenten mittlerweile 0,35 Rappen pro Kilo Milch beisteuern.

Import grösser als Export

Insgesamt wurden 2014 bis im Oktober 2,1 Prozent mehr Käse hergestellt als in der Vorjahresperiode. Gleichzeitig nahmen die mengenmässigen Käseimporte im Vergleich zu den Exporten weiter zu. Im Monat Juni war es tatsächlich so, dass die Schweiz mehr Käse ein- als ausführte. Übers Jahr hinweg fällt vor allem der Exportrückgang des Emmentaler AOP ins Gewicht. 19 Prozent weniger wurden bis Oktober im Ausland abgesetzt als 2013. Verschärft wurde die Situation zusätzlich durch die rückläufigen Weltmarktpreise für Milchprodukte. Auch das von der EU gegen Russland verhängte Importverbot für Agrarprodukte führte schliesslich für mehr Druck auf den Schweizer Markt, als dass zusätzliche Absatzmöglichkeiten generiert werden konnten.

Der zusätzliche Import, die Mehrproduktion und der verminderte Export führten letztlich für entsprechenden Druck auf den Milchpreis. Der A-Richtpreis der Branchenorganisation Milch (BOM) wurde so im vergangenen Jahr von 71 auf 68 Rappen korrigiert.
Die angespannte Situation mit Russland und das Ende der Quotenregelung in der EU werden wohl im kommenden Jahr auch für den Milchmarkt Schweiz Auswirkungen haben.

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