11.05.2020 08:05
Quelle: schweizerbauer.ch - bki
Fleischmarkt
Nun wird Fleisch importiert
Die Nachfrage nach Fleisch steigt wieder. Um den Markt versorgen zu können, hat die Branchenorganisation Fleisch den Import von 500 t Verarbeitungsfleisch und 75 t Nierstück beantragt.

Der Proviande-Richtpreis für Schlachtkühe ist in den letzten Wochen wieder gestiegen. Wegen Corona sank dieser im April auf 7.80 Fr./kg SG. Mitte März — vor der Krise — lag der Tabellenpreis bei 8.50 Fr./kg SG. Der aktuelle Wochenpreis von 8.40 Fr./kg SG hat dieses Niveau noch nicht wieder erreicht.

Verarbeitungsfleisch ist seit Ende April gesucht. Bereits am letzten Freitag diskutierte der Verwaltungsrat von Proviande über mögliche Importanträge beim BLW. Importanträge wurden vor einer Woche aber noch keine gestellt. Seitens Proviande hiess es, die Situation werde nach einer Woche neu beurteilt. Bevor der Preis für Schlachtkühe nicht wieder bei 8.50 Fr./kg liege (auf dem Niveau vor der Krise), sei es nicht tolerierbar, über Importanträge zu diskutieren, so die Stimmen einiger Produzenten.

Am Freitag beantragte Proviande beim BLW nun den Import von 500 Tonnen Verarbeitungsfleisch und 75 Tonnen Nierstücke/High-Quality-Beef. Proviande begründet die Importe von Nierstücken damit, dass durch die Öffnung der Gastronomie ab dem kommenden Montag von dieser Seite wieder eine Nachfrage vorhanden sei, die es zu versorgen gelte. Beim Verarbeitungsfleisch sei «das Angebot an Kühen knapp und die Nachfrage gross», so Heinrich Bucher, Direktor von Proviande.

Entsprechend seien die Kuhpreise sehr rasch wieder angestiegen und hätten schon fast das hohe Niveau vom Vorjahr erreicht. «Die Anmeldung von lediglich 517 Kühen für die 12 Grossviehmärkte von dieser Woche zeigt ausserdem, dass auch über diesen nun wieder offenen Absatzkanal kein grosses Angebot auf den Markt kommt», begründet Bucher die Importanträge von gestern. 


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