1.12.2017 08:47
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Erdöl
Öl: Fördergrenze verlängert
Die Opec-Staaten stützen die Ölpreise weiter und verlängern ihre Förderbremse bis Ende 2018. Zugleich signalisierten Vertreter der Organisation erdölexportierender Staaten bei ihrem Treffen am Donnerstag in Wien, dass sie bei einer Überhitzung der Energiemärkte eher aus dem Programm aussteigen könnten.

An den Märkten war die Verlängerung der Förderbremse um neun Monate erwartet worden, die ansonsten nur bis März in Kraft geblieben wäre. Am Nachmittag berieten die Unterhändler auch mit Russland, das nicht Mitglied der Opec ist. Die Regierung in Moskau dringt darauf, dass die Preise nicht zu schnell steigen. In diesem Fall könnten US-Firmen mehr Öl fördern, das sie mit der Fracking-Methode an die Erdoberfläche holen.

1,8 Millionen Barrel am Tag gekürzt


Der saudiarabische Energieminister Chalid al-Falih sagte, ein Ende der Förderbremse stehe zumindest für mehrere Quartale nicht an. Demnach sollen die Opec-Länder die Lage zunächst bei ihrem nächsten Treffen im Juni bewerten. «Wenn wir aussteigen, werden wir das schrittweise tun.» So wolle man sicherstellen, die Märkte nicht zu verschrecken.

Nach den jetzigen Vereinbarungen wird das Ölangebot um etwa 1,8 Millionen Barrel am Tag gekürzt. Zum Vergleich: Nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur IEA wurden im vergangenen Jahr weltweit knapp 94 Millionen Barrel gefördert. Dank der Förderbremse, die seit Anfang des Jahres in Kraft ist, sind die weltweiten Öllagerbestände um die Hälfte verringert worden. Sie liegen allerdings immer noch über dem mehrjährigen Durchschnitt.

Kluft zwischen Angebot und Nachfrage

Die Auswirkungen des Schritts auf den Öl- und damit den Benzinpreis waren unklar. Experten hielten selbst bei einer Verlängerung des Förderlimits ein Fallen der Preise für möglich. Insbesondere mittel- und langfristig dränge ohnehin wieder sehr viel Öl speziell aus den USA, Kanada und Brasilien auf den Markt, sagte Alexander Pögl vom Forschungsinstitut JBC. «Das Förderlimit ist unbedingt nötig.

Die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage wird 2018 grösser», sagte Pögl. Notwendig sei vielmehr, eine solche Massnahme bis 2019 zu verlängern. Russland als Öl-Gigant und wichtigster Nicht-Opec-Staat habe trotz mancher Kritik seiner Ölfirmen weiterhin politische Unterstützung für das Bündnis signalisiert, meinte Pögl.

Öl 20 Prozent teurer als 2016

Durch das aktuelle Limit hat allein die Opec ihre Förderung um 1,2 Millionen Barrel am Tag auf 32,5 Millionen Barrel zurückgeschraubt. Die Kürzung um insgesamt 1,8 Millionen Barrel entspricht etwa 2 Prozent der weltweiten Produktion.

Dieser Schritt sowie die zuletzt hohe Öl-Nachfrage angesichts der boomenden Weltkonjunktur hatten den Ölpreis um rund 20 Prozent im Vergleich zu Ende 2016 steigen lassen. Das Fass Öl kostete zuletzt zwischen 60 bis 65 Dollar. 2014 waren noch mehr als 100 Dollar fällig, 2008 hatte der Ölpreis ein Rekordhoch von 146 Dollar erreicht.

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