19.08.2016 15:59
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
McDonalds
Österreichische Kühe haben teilweise nie im Leben Auslauf
Die Fast-Food-Kette McDonald’s importiert während 8 Wochen Rindfleisch aus Österreich. Dieses kann von Kühen stammen, die ihr Leben lang angebunden gehalten waren.

Die Importe würden namentlich auch aus Tierschutzgründen aus Österreich erfolgen, hiess es in der Mitteilung von McDonalds: «Da die Tierschutzstandards in Österreich im Grundsatz identisch sind mit dem Schweizer Gesetz, haben wir uns bewusst für diese temporäre Alternative entscheiden.»

Wie ein Vergleich zwischen dem Österreicher und dem Schweizer Tierschutzrecht zeigt, ist dem aber nicht so. Während im Schweizer Tierschutzrecht Auslauf von angebunden gehaltenen Rindern zwingend vorgeschrieben ist, müssen angebunden gehaltene Tiere in Österreich nicht zwingend Auslauf erhalten. Zwar ist auch im österreichischen Gesetz im Prinzip eine Auslaufpflicht vorgesehen. Die Verordnung erlaubt die permanente Anbindehaltung unter anderem dann, wenn «geeignete Weideflächen oder Auslaufflächen» fehlen, wenn «bauliche Gegebenheiten am Betrieb oder Sicherheitsaspekte für Menschen und Tiere, insbesondere beim Ein- und Austreiben der Tiere», dies erfordern würden.

 Artikel 40 der Schweizer Tierschutzverordnung sagt hingegen klipp und klar: «Rinder, die angebunden gehalten werden, müssen regelmässig, mindestens jedoch an 60 Tagen während der Vegetationsperiode und an 30 Tagen während der Winterfütterungsperiode, Auslauf erhalten. Sie dürfen höchstens zwei Wochen ohne Auslauf bleiben. Der Auslauf ist in einem Auslaufjournal einzutragen.»

Rainer Rufer, Head of Supply Chain bei McDonald’s Schweiz, schliesst nicht aus, dass in Österreich im Gegensatz zur Schweiz die permanente Anbindehaltung ohne Auslauf vereinzelt noch vorkommen kann. «Im Grundsatz sind die Standards der beiden Länder gleich, deshalb haben wir uns für Österreich entschieden. In einzelnen Punkten kann es jedoch Ausnahmen geben», räumt er ein.

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