27.04.2015 14:16
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Detailhandel
Offenverkauf: Kunden zahlen oft zu viel
Viel zu oft zahlen Kunden im Offenverkauf auch noch für die Verpackung. Fast die Hälfte der Geschäfte, welche die zuständigen Behörden überprüften, haben das Gewicht des Verpackungsmaterials zur Ware geschlagen.

In 444 Geschäften haben die Kontrolleure vergangenes Jahr eingekauft. In 206 davon wurde das sogenannte Nettoprinzip nicht eingehalten: Statt nur die Ware wurden auch Trennpapiere, Schutzsäcke, Becher, Schalen und anderes Verpackungsmaterial gewogen und verrechnet. Eine solche Missachtung der gesetzlichen Bestimmungen könne nicht toleriert werden, schreibt das Eidgenössische Institut für Metrologie (METAS) in einem am Montag veröffentlichten Bericht. Das Nettoprinzip gilt allerdings erst seit Anfang 2014.

Bis dahin durften im Offenverkauf Verpackungen von maximal 3 Prozent des Warengewichts zur Ware geschlagen werden. Zusammen mit Konsumentenorganisationen und Fachverbänden will das METAS die Verkaufsgeschäfte nun noch einmal an die neuen Regeln erinnern. Auch bei Fertigpackungen mit einer festgelegten Füllmenge geht nicht ganz immer alles mir rechten Dingen zu. Die Kontrolleure überprüften bei über 2300 Betrieben insgesamt 7247 Verpackungen. 410 davon, also 5,7 Prozent, mussten beanstandet werden, wie es in dem Bericht heisst. Im Jahr zuvor hatte die Beanstandungsquote noch 5,2 Prozent betragen.

Der schweizerische Eichdienst, der aus dem METAS, den kantonalen Aufsichtsbehörden, Eichämtern und den Eichstellen besteht, hat ausserdem rund 140'000 Messmittel geprüft und geeicht. Dazu gehören beispielsweise Waagen im Detailhandel, Tanksäulen oder Elektrizitätszähler. Im Rahmen einer statistischen Überwachung wurden rund 895'000 Elektrizitätszähler überprüft. Ein spezielles Augenmerk schenkten die Kontrolleure den Tanklastwagen. 72 haben sie vergangenes Jahr unter die Lupe genommen, drei Fahrzeuge wurden wegen fehlender Eichung beanstandet.

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