12.08.2016 06:38
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Agrochemie
Preiserhöhung wegen Fusion befürchtet
Die Wettbewerbshüter der EU haben konkrete Bedenken gegen den geplanten Zusammenschluss der US-Chemiekonzerne Dow Chemical und Dupont angemeldet. Nach einer ersten Untersuchung könnte sich die Fusion auf dem Markt für Pflanzenschutz-Mittel negativ auf Preise, Qualität, Auswahl und Innovationen auswirken, teilte die Brüsseler Behörde am Donnerstag mit.

Zudem würden auch in der Saatgut-Branche und im Bereich der Herstellung von sogenannten thermoplastischen Kunststoffen Einschränkungen des Wettbewerbs nicht ausgeschlossen. Wie die EU-Kommission schrieb, soll nun bis zum 20. Dezember eine eingehende Prüfung der Bedenken erfolgen. Wenn sie fortbestehen, könnte sie den Unternehmen Auflagen machen oder den Zusammenschluss untersagen.

Die US-Chemiegiganten Dow Chemical und Dupont hatten ihre Fusionspläne Mitte Dezember öffentlich gemacht. Mit der neuen Dowdupont soll zunächst der weltgrösste Chemiekonzern noch vor dem alten Spitzenreiter BASF entstehen. Nach dem Zusammengehen soll der Konzern aber in drei einzelne und jeweils börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Die Chemieindustrie befindet sich seit längerem in einem Konzentrationsprozess. Für die noch nicht abgeschlossene Übernahme des Basler Agrochemiekonzerns Syngenta will der chinesische Staatskonzern ChemChina umgerechnet 44,2 Milliarden Dollar auf den Tisch legen.

Der deutsche Pharma- und Chemiekonzern Bayer wiederum will für 64 Milliarden Dollar den amerikanischen Konkurrenten Monsanto kaufen. Damit würde Bayer zur weltweiten Nummer eins im Agrarchemiegeschäft aufsteigen. Auch hier ist eine Einigung noch ausstehend.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE