5.06.2014 08:00
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Grossenbacher
Schweinemarkt
Produktion steigt wieder an
Seit Jahresbeginn deuten alle Zeichen darauf hin, dass der Schweinemarkt erneut einer Überproduktion entgegensteuert. Die zweite Jahreshälfte 2014 dürfte für die Schweineproduzenten entsprechend schwieriger werden.

Nach drei sehr schwierigen Jahren konnte in der Schweineproduktion letztes Jahr endlich wieder Geld verdient werden. Insgesamt wurden 84'000 Schweine weniger geschlachtet als 2012. Die um 3 Prozent tiefere Produktion hat über 200 Mio. Fr. Mehrertrag ausgelöst. Der durchschnittliche Produzentenpreis lag bei 4.48 Fr./kg Schlachtgewicht (Vorjahr: 3.45 Fr./kg SG). Für 20 Kilo schwere Jager wurden im Schnitt 6.70 Fr./kg bezahlt – 1.76 Fr. mehr als 2012. Preise, die die Produzenten animiert haben, ihre Produktion wieder zu steigern.

"Das beste Mittel für gute Preise sind schlechte Preise"

In den ersten 19 Wochen dieses Jahres wurden laut Felix Grob, Geschäftsführer der Suisseporcs, 2,8 Prozent mehr Schweine geschlachtet als in der Vorjahresperiode: «Die Einstallungsmeldungen zeigen ebenfalls eine steigende Tendenz, und bei der Suisag sind gut 4 Prozent mehr Samenblister verkauft worden.»

Alle Zeichen deuten darauf hin, dass der Schweinemarkt erneut einer Überproduktion entgegensteuert. «Die zweite Jahreshälfte 2014 wird schwieriger», so Grob. «In 100 Tagen, wenn die momentan eingestallten Jager zur Schlachtung kommen, wissen wir mehr.» Dies werde in einer Zeit sein, in der der Verkauf nicht sehr gut läuft. «Alle Warnungen nützen aber erfahrungsgemäss wenig», sagt er. «Das beste Mittel für gute Preise sind schlechte Preise. Diese alte Weisheit stimmt nach wie vor.»

Wie weit das finanzielle Polster des guten Jahres 2013 und der guten ersten Hälfte 2014 reicht, sei von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich. «Offensichtlich sind die Schweineproduzenten aber relativ resistent gegenüber schlechten Preisen, sonst hätten wir nicht ganze drei schlechte Jahre gehabt», meint Grob. 

Immer weniger kleine Betriebe

Einen Einfluss auf den Schweinezyklus haben auch die immer grösseren Betriebe. 2000 hielt ein Schweinebetrieb im Schnitt 97 Schweine, 2011 waren es schon 189. Im selben Zeitraum hat sich die Anzahl Schweinehalter von 15'350 auf 8320 fast halbiert. «Wer in einen grossen Schweinestall investiert hat, kann die Produktion nicht einfach einstellen», erklärt Grob. «Nichts produzieren ist in diesem Fall teurer als nichts verdienen.» Es fehlen immer mehr die kleineren Betriebe, die bei einem Überangebot rasch einmal ihre Produktion einstellen. 

Was 2018 passiert, wenn die neuen Tierschutzvorschriften in Kraft treten, kann niemand genau vorhersagen. Es seien aber bereits einige neue, grosse Ställe im Bau, weiss Grob. Die Herausforderung werde sein, 2016 bis 2017 die Balance zwischen Zucht und Mast zu finden.

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