30.07.2020 11:07
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Schweinemarkt
Prosus und Agrifera vor Fusion
Die beiden Schweinehandelsorganisationen bündeln ihre Kräfte. Prosus und Agrifera wollen per Oktober 2020 fusionieren. Mit der Profera AG soll die einzige, unabhängige Schweinevermarktungsorganisation der Schweiz entstehen, heisst es in der Mitteilung.

Die Landwirtschaft ist seit Jahren im Strukturwandel. Auch die vor- und nachgelagerten Bereiche können sich diesem Prozess nicht entziehen.

Im September fällt Entscheidung

Nun steht im Schweinesektor ein grösserer Zusammenschluss bevor. Die Idee einer Fusion von Agrifera AG aus Sempach LU und der Genossenschaft Prosus aus Weinfelden TG besteht seit Anfang 2020. In den kommenden Wochen gilt es nun ernst.

Diese Woche haben die Aktionäre und Produzenten der Agrifera sowie die Genossenschafter und Produzenten der Prosus die Botschaft zur Fusion zugestellt erhalten. Anfang September entscheiden die Gesellschafter an den ausserordentlichen Generalversammlungen über den Antrag der beiden Verwaltungsräte. 

Position der Stärke

Die Fusion erfolge aus der Position der Stärke, teilen die beiden Unternehmen am Donnerstag in einem Communiqué mit. «Beide Firmen sind gesund und handeln aus der Stärke. Wir agieren im Sinne unserer Eigentümer, der Produzenten. Es bestehen keine Interessenkonflikte mit anderen Anspruchsgruppen. Profera wird die einzige, unabhängige und neutrale Schweinevermarktungsorganisation sein, die ihren Züchtern und Mästern gehört», heisst es weiter.  

Die Verantwortlichen der beiden Handelsorganisationen führen mehrere Gründe für die Fusion in einem Argumentationsflyer auf:

  • Die Profera AG wird die einzige, unabhängige Schweinevermarktungsorganisation im Besitz ihrer Produzenten sein.
  • Mit dem Zusammenschluss können Synergien im Infrastruktur-, Informatik-, Marketing- und Logistikbereich genutzt werden.
  • Für die Produzenten wird mit der Profera AG mittel- und langfristig weiterer Mehrwert entstehen. 
  • Der Genossenschaftsgedanke und die transparente Vermarktung nach FairTrade bleiben bestehen, heisst es im Flyer. Der Produzent stehe im Zentrum.
  • Die Standorte Weinfelden TG und Sursee AG bleiben erhalten. Die Regionalitätsbedürfnisse der Abnehmer könnten in Zukunft noch zielgerichteterumgesetzt werden, versprechen die fusionswilligen Organisationen.

Kontinuität

Die Kunden könnten weiterhin mit Kontinuität rechnen. «An den Grundwerten einer unabhängigen, fairen und transparenten Schweinevermarktung ändert sich nichts. Auch beim hohen Gesundheits- und Qualitätslevel werden wir keine Abstriche machen», lässt Richard Bucheli, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Agrifera AG, in der Mitteilung zitieren.

Auch von den Abnehmern der Schlachtschweine wird die Fusion positiv aufgenommen. «Sie sind an einem starken Partner mit hoher Lieferbereitschaft und konstanter Qualität interessiert», lässt sich Prosus-Geschäftsführer Andreas Fritschi zitieren. Dies deshalb, weil die Profera als reine Vermittlungsorganisation niemanden in der vor- und nachgelagerten Branche konkurrenziert.

Sitz in Sursee

Obwohl die neue Profera eine Aktiengesellschaft sein wird, will das Unternehmen Profera den Genossenschaftsgedanken weitertragen. Sitz der neuen Profera AG wird Sempach, Weinfelden wird als Niederlassung weitergeführt. Die Mitarbeitenden an den beiden Standorten bleiben nach wie vor Ansprechpersonen für ihre Kunden.

In der Schweiz gibt es noch rund 6000 Schweinehalter. Diese halten rund 1,4 Millionen Schweine. Nach Angaben auf der Website nehmen rund 800 Schweinehalter die Dienstleistungen von Agrifera in Anspruch. Prosus hat rund 400 Mitglieder.

Künftige Leitung Profera AG

Als Verwaltungsratspräsident der neuen Profera AG ist Alexander Fust (Will) vorgeschlagen, der aktuell die Prosus präsidiert. Vizepräsident wird André Seeholzer (Emmen), der aktuelle Präsident der Agrifera. Operativ wird die neue Firma von einer Fünfer-Geschäftsleitung geführt. Sie besteht aus Richard Bucheli, Vorsitz und Leiter Beratung, Andreas Fritschi, Standortleiter Weinfelden, Pascal Mieschbühler, Leiter Handel und Disposition, Urs Aeschlimann, Leiter Zucht sowie Armin Troxler, Leiter zentrale Dienste und Infrastruktur.


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