14.09.2020 09:15
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE/mge
Australien
Reichlich Getreide erwartet
Nach zwei dürrebedingt schlechten Ernten können die australischen Farmer in dieser Saison wahrscheinlich wieder ein überdurchschnittlich gutes Ergebnis einfahren. Das Australische Amt für die Land- und Rohstoffwirtschaft (ABARES) geht in seiner aktuellen Prognose von einer Druschmenge bei den Winterfrüchten von insgesamt 47,9 Mio t aus.

Werden sich die aktuellen Prognosen erfüllen, werden rund 18,6 Mio t oder 64 % mehr Getreide als in der schwachen Vorsaison gedroschen. Das Zehnjahresmittel von 40 Mio t würde damit um ein Fünftel übertroffen. Eine starke Ausdehnung der mit Winterfrüchten bestellten Fläche um 23 % gegenüber dem Trockenjahr 2019/20 sowie die meist ausreichenden Regenfälle im Winter dürften den Experten zufolge zu diesem Anstieg führen.

Günstige Klimabedingungen

Die günstigeren Klimabedingungen machen sich auch positiv bei der Hauptanbaufrucht Weizen bemerkbar. Hier soll sich die diesjährige Erntemenge auf 28,9 Mio t belaufen und damit um gut 13,7 Mio t oder 94 % über dem Vorjahresergebnis sowie um 22 % über dem langjährigen Mittel liegen. Der Grossteil dieses Zuwachses stammt aus dem Bundesstaat New South Wales, wo sich die Anbaufläche verdoppelt und eine Verfünffachung der Produktionsmenge auf 10,2 Mio t erwartet wird.

Bei den anderen Getreidearten sieht es ähnlich gut aus. Für Gerste rechnet ABARES bei einer um 9 % größeren Anbaufläche mit einem gegenüber 2019/20 um 25 % auf 11,2 Mio t steigenden Aufkommen, das damit den Zehnjahresschnitt um 23 % übertreffen würde. Für Hafer wird ein Ernteplus von 93 % auf fast 1,7 Mio t angenommen, bei Raps eines von 47 % auf 3,4 Mio t.

Kichererbsen Zuwachs von 152% erwartet

Bei den in Australien ebenfalls wichtigen Kichererbsen dürfte die in diesem Jahr eingebrachte Menge mit 708'000 t das Vorjahresniveau um 152 % übertreffen. Den ABARES-Analysten zufolge werden die Farmer in Queensland und New South Wales aufgrund der besseren klimatischen Bedingungen auch wieder sehr viel stärker in den Anbau von Sommerfrüchten einsteigen.

Die Produktionsfläche für die Erzeugung von Produkten wie Sorghum, Mais, Reis oder Baumwolle dürfte sich in der aktuellen Saison gegenüber dem Tiefstand von 2019/20 auf mehr als 1 Mio ha verdreifachen, womit das langjährige Mittel von 1,2 Mio ha aber immer noch unterschritten würde. Vor allem bei Sorghum und Baumwolle ist nach der vorherigen Dürresaison mit einem signifikanten Anstieg des Produktionsareals zu rechnen; es dürfte bei normaler Witterung entsprechend hohe Erntezuwächse geben.

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