29.11.2017 08:12
Quelle: schweizerbauer.ch - Isabelle Schwander
Raufutter
Richtpreis für Stroh steigt
Nach dem mengen- und qualitätsmässig guten Futterbaujahr 2017 belässt der Raufutterverband die Richtpreise für Heu unverändert. Beim Stroh sei jedoch eine Richtpreiserhöhung angezeigt.

Im Jahresbericht für die Zeit vom 1. Juli 2016 bis Ende Juni 2017 hob Ruedy Zgraggen, Präsident des Schweizerischen Raufutterverbandes (SRV), hervor, dass sich gesellschaftliche und (agrar)politische Rahmenbedingungen laufend ändern würden. Die zentralen Aufgaben des SRV und von dessen Mitgliedern würden jedoch gleich bleiben. 

Hohe Wertschöpfung

Zu diesen Aufgaben zähle, sich für eine gute Wertschöpfung der Produzenten und Verbraucher zu engagieren, sagte Zgraggen in Weinfelden TG. «Der Preis ist Teil mehrerer Faktoren: Wir müssen besser sein, sowohl bei der Qualität wie bei den Dienstleistungen. Und wir müssen unsere Handelsprodukte entsprechend vermarkten, um eine möglichst hohe Wertschöpfung zu erhalten.»

Der Präsident thematisierte auch die Problematik der Verunkrautung mit der Herbstzeitlosen bei importiertem Heu: «Diese Verunkrautungen sind im Handel untragbar und zu eliminieren. Die Händler sind an Weiterbildungsanlässen dafür sensibilisiert worden, die Produzenten über die Bekämpfung zu informieren und kein verunkrautetes Heu zu verladen.» Strukturbetontes, sauberes, energie- und eiweissreiches Grundfutter habe nach wie vor den höchsten Stellenwert.

Höherer Strohbedarf

Beim SRV stellt man durch die neuen Tierhaltungssysteme einen gestiegenen Strohbedarf fest. Die Tierhalter sind auf einwandfreie Qualität (trockenes, sauberes und schimmelfreies Stroh) angewiesen. Wenn die Erlöse für Stroh zu tief sind, befürchtet der SRV, wird es vielerorts gehäckselt auf dem Feld belassen. Zgraggen sagte, dass nach Jahren, in denen die Erlöse für Stroh stetig gesunken seien, eine Kehrtwende einkehren könnte.

Im süddeutschen Raum beispielsweise seien die Lager tief und die Preise gestiegen. Diskutiert wurde, dass für Stroh-Kleinballen, die in der Herstellung einen Mehraufwand verursachen und  vor allem von privaten Pferdehaltern gekauft würden, eine Preiserhöhung gerechtfertigt sei. Der Richtpreis für Grossballen wurde um 3 Fr./100 kg angehoben. In der Marktlagebesprechung wurde deutlich, dass 2017 insgesamt ein sehr gutes Futterbaujahr ist. Mengen und Qualitäten sind gut, die Preise liegen jedoch eher auf tiefem Niveau. Zgraggen sagte, dass er bei seiner Fahrt an die GV festgestellt habe, dass sogar jetzt, Ende November, noch siliert würde. 


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