18.07.2018 16:11
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Zuckerrüben
Rüben: 3 Franken über Richtpreis
Die Lage auf dem Rübenmarkt ist schwierig. Für 2017 hat die Interprofession Zucker den definitiven Preis 3 Franken über dem Richtpreis festgelegt. 2019 wird der Richtpreis um einen Franken angehoben, auch dank Auflösungen von Rückstellungen. So soll eine Stabilisierung bei den Anbauflächen erreicht werden.

Die Quotenaufhebung der EU und weltweite Überproduktion drücken auf den Preis. Nach der Quotenaufhebung und der guten Ernte 2017 befinden sich die Zuckerpreise in der EU im freien Fall. Der Preis liegt gemäss der Interprofession noch bei 370 Euro/t Zucker (433 Fr.). «Der Weltmarktpreis liegt wegen Überproduktion bei 350 Dollar/t (346 Fr.) am Boden», mahnt die Branchenorganisation. Eine rasche Verbesserung des Grenzschutzes sei zwingend.

58.70 Fr./t.

Die Voraussetzungen für höhere Preise im Inland wären aus der Perspektive eigentlich fast nicht möglich. Trotz des grossen Importdrucks sei Schweizer Zucker aber nach wie vor gesucht, heisst es im Communiqué. Die Gründe dafür sind gute Nachfrage nach einheimischen Zucker, frühzeitig abgeschlossene Verkaufsverträge und die Bereitschaft der Kunden, auf einheimische Ware zu setzen.

Aus diesen Gründen, aber auch durch Auflösung Rückstellungen, wurde definitive Rübenpreis erhöht. Dieser setzte sich aus 37 Fr./t Grundpreis, 4 Fr. variabler Komponente und 3 Fr.  Auflösung von Rückstellungen zusammen. Dazu kommen dank guten Zuckergehalten durchschnittliche Qualitätszahlungen von rund 15 Fr./t Zuckerrüben.

Das durchschnittlich ausbezahlte Rübengeld beträgt inklusive Zuschläge 58.70 Fr./t. Es ist somit um 2.50 Fr./t höher als 2016.

Die EU hat Ende September 2017 die Zuckerquoten, die Exportbeschränkungen und den Mindestpreis für Zuckerrüben aufgehoben. Für die Schweiz hat dieser Entscheid gravierende Auswirkungen. Durch die bilateralen Abkommen ("Doppelnull-Lösung") ist der Schweizer Zuckerpreis eng mit dem EU-Preis verbunden. Der Entscheid der EU setzt die Schweizer Zuckerwirtschaft unter massivem Preis- und Importdruck. Zucker- und Rübenpreise sind in den vergangenen drei Jahren deutlich zurückgegangen.

Mindestens 19'000 ha

Festgelegt hat die Interprofession auch den Richtpreis für 2019. Dieser wurde im Vergleich zu 2018 um einen Franken auf 44 Fr./t erhöht. Auch die Treueprämie steigt und wird auf 1.50 Fr./t veranschlagt. «Mit der Auflösung von Rückstellungen setzt die Interprofession ein wichtiges Zeichen für den Rübenanbau und den Erhalt der Anbauflächen in der Schweiz», heisst es im Communiqué.

Die Interprofession will die Anbaufläche auf mindestens 19'000 ha halten. Diese lagen 2017 und 2018  mit 19'170 ha respektive 19'140 ha knapp über diesem Wert. Die Branchenorganisation macht aber deutlich: «Bei allen Herausforderungen müssen Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen entlang der ganzen Wertschöpfungskette konsequent weitergetrieben und umgesetzt werden.»

Biozucker gesucht

Neben konventionellen Neupflanzern werden weiterhin auch Bio-Zuckerrübenproduzenten gesucht. Die Anbaufläche konnte im laufenden Jahr von 20 auf 60 Hektaren erhöht werden. «Das Potential ist aber weit grösser und attraktive Absatzmärkte sind vorhanden», schreibt die Interprofession. Interessierte bio und konventionelle Produzenten können sich bei der Schweizer Zucker AG melden.

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