23.12.2014 07:15
Quelle: schweizerbauer.ch - SBV
Jahresrückblick 2014 (1)
Rückblick 2014 (1): Gesuchtes Nutzvieh, rare Schlachtkühe und unzufriedene Mäster
Der Schweizerische Bauernverband (SBV) zieht Bilanz über das Jahr 2014. Im ersten Teil wird der Kuh-, Bankvieh- und Kälbermarkt genauer analysiert.

Gesuchtes Nutzvieh

Der Nutzviehmarkt kam im Frühsommer aufgrund der gestiegenen Milch- und Schlachtviehpreise in Schwung. Im Juli galt eine Milchkuh an den Auktionen im Durchschnitt 3‘260 Franken. Dieser Preis sank im August wegen grösserem Angebot auf 3‘170 Franken und im September auf 3‘100 Franken. Bis zum Winteranfang sank der Durchschnittspreis auf rund 3‘000 Franken je Milchkuh.

Junge Milchkühe blieben gesucht, weil je zwischen 40 und 50 Prozent der Milchkühe mit Stieren von Fleischrassen besamt werden und sich so die Zahl der für die Nachzucht geeigneten reinrassigen, milchbetonten Kuhkälber reduziert.

Ausgetrockneter Schlachtkuhmarkt

Als Folge des tiefen Milchpreises und der Umstrukturierungen auf dem Agrarmarkt gingen die Milchviehbestände zurück. Nachdem bereits im Vorjahr weniger Kühe geschlachtet wurden, nahmen die Schlachtungen bis August nochmals um rund 4 Prozent ab. Verarbeitungsvieh war über das ganze Jahr gesuchte Ware.

Zur Deckung der Nachfrage nach Verarbeitungsfleisch wurden hohe Importe bewilligt. Aufgrund der guten Nachfrage wurden im zu Ende gehenden Jahr 14‘250 Tonnen Kühe in Hälften zum Vorzugszoll zur Einfuhr bewilligt, das sind 800 t weniger als 2013. Im Schnitt wurde für T3-Kühe von Januar bis September im Schlachthof 7.38 Franken je Kilo Schlachtgewicht (SG) gelöst, was rund 60 Rappen mehr als im Vorjahr war.

Unzufriedene Munimäster

Der Bankviehmarkt verlief nicht besonders erfreulich. Die Produktion war wie im Vorjahr relativ hoch und teilweise gab es Preisdruck durch die Überhänge im Labelbereich. Überschüssige Label-Munis wurden zu QM-Muni deklassiert und belasteten diesen Markt. Ein zusätzliches Problem für den Bankviehmarkt waren die hohen Kuhfleischimporte: Die Nierstücke der importierten Kühe konkurrenzierten die Nierstücke des Schweizer Bankviehs.

Muni QM galten im Jahresschnitt Fr. 8.40 je kg SG franko Schlachthof der Qualität T3, das sind 12 Rp. weniger als 2013. T3-Rinder galten mit Fr. 8.38 sogar 22 Rp. weniger als 2013. Die Importe von High-Quality-Beef und Nierstücken sind mit 5‘350 t gleich hoch wie 2013. Die Bankviehfleischproduktion lag bis Ende Oktober rund 4 Prozent über der Menge 2013. Bei stabilen Importen wirkte die Mehrproduktion preissenkend. Allerdings dürfte auch der nach wie vor stark wachsende Einkaufstourismus höhere Munipreise verhindern.

Unsicherheit auf dem Kälbermarkt

Die Kälbermäster hatten kein einfaches Jahr. Die seit 1. September 2013 geltenden Einkaufsbestimmungen für Bankkälber brachten allgemeine Unsicherheit. Seit diesem Datum müssen die Kälber auch rohfaserreiches Futter erhalten. Wegen den Diskussionen zur Kalbfleischfarbe und dem Schlachtalter harzte der Absatz. Durch das Überangebot wurden die Einlagerungsaktionen bereits früh ausgeschöpft und bei rund 600 Tonnen eingefrorenem Kalbfleisch eingestellt.

Noch vor Ostern drückte das Überangebot wegen den fehlenden Marktentlastungen massiv auf den Kälberpreis. Im Mai wurde für ein T3-Kalb nur noch 11.70 Franken je Kilo SG bezahlt und damit knapp 1 Franken weniger als im Vorjahr. Ab 1. Juli gab es keine öffentlichen Kälbermärkte mehr, damit entfiel die Absatzgarantie für Bankkälber. Trotz einer guten Marktsituation im Sommer blieben die Preise tief. Bei den Kälbern betrug der Jahresdurchschnittspreis Fr. 13.56 je kg SG franko Schlachthof für QM-Kälber der Kategorie T3. Das sind 24 Rp. je kg weniger als im Jahr 2013.

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