25.12.2014 08:05
Quelle: schweizerbauer.ch - SBV
Jahresrückblick 2014 (3)
Rückblick 2014 (3): Ernüchterung im Milchmarkt und Käseexport
Der Schweizerische Bauernverband (SBV) zieht Bilanz über das Jahr 2014. Im dritten Teil wird der Nutzvieh- und Milchmarkt genauer analysiert.

Der Produzentenmilchpreis setzte 2014 den erfreulichen Aufwärtstrend vom Vorjahr fort. Allerdings stieg trotz weiter abnehmenden Kuhzahlen in der Folge auch die Milchmenge wieder an und näherte sich zunehmend dem Niveau von 2012.

In dieser Situation wurde anfangs März 2014 durch die Milchvermarktungs- und Produzentenorganisationen unter Führung der SMP die Lactofama AG gegründet, um die Vermarktung von saisonalen Überschüssen von Milchfett an die Hand zu nehmen. Damit sollen letztendlich die Preise für die im Inland verwertbare Milch gestützt werden. Der Härtetest für die Lactofama AG und insbesondere für die Segmentierung wird nächstes Jahr kommen, falls die Milchproduktion – wie dies die Treuhandstelle Milch anhand der Entwicklung der Milchverträge schätzt – weiter ansteigt und über das Rekordniveau von 2012 hinausgeht.

Beim Käseexport ergab sich für das erste Halbjahr eine zwiespältige Bilanz: Wertmässig stiegen die Exporte leicht an, die Menge ging jedoch insgesamt um 5% zurück und die Exporte der Hauptsorte Emmentaler AOP schrumpften sogar um 18%. Im Juni übertrafen die Importe mengenmässig die Exporte. Die Liberalisierung des Käseaussenhandels mit der EU wirkt sich offensichtlich zunehmend negativ aus.

Verschärft wurde die Situation durch die rückläufigen Weltmarktpreise für Milchprodukte und durch den neu entstandenen Druck aufgrund des russischen Importverbots für Agrarprodukte aus der EU von anfangs August. Die Marktaussichten verschlechterten sich damit zusehends. Diverse Milchkäufer senkten Ende 2014 die Milchpreise und stellten weitere Preissenkungen auf 2015 in Aussicht. Entscheidend für eine "weiche Landung" beim Milchpreis wird sein, wie gut man die Entwicklung der Milchmenge in den Griff bekommt.

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