30.04.2014 18:13
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Getreidemarkt
Rückgang der Futtergetreideflächen setzt sich fort
Gemäss der Branchenorganisation Swiss Granum bildet sich die Anbaufläche von Futtergetreide in diesem Jahr mit Ausnahme des Körnermais zurück. Auch die Brotweizenfläche sinkt im Vergleich zu 2013. Die Produktion dürfte das Niveau des Jahres 2012 erreichen.

In der Schweiz beträgt die mit Getreide bestellte Fläche insgesamt 145‘240 Hektaren. Damit ist die Anbaufläche nur wenig kleiner als im Vorjahr (-600 ha). Swiss Granum rechnet für 2014 mit einer deutlich höheren Getreideproduktion als im Vorjahr. Diese steigt gemäss einer Mitteilung von Mittwoch auf 918‘000 Tonnen (+70‘000 Tonnen gegenüber 2013) und liegt wieder in der Grössenordnung der Jahre 2012 und 2010.  Innerhalb der Kulturen gibt es aber einige Unterschiede.

Brotgetreide: Stabile Anbaufläche

Beim Brotgetreide rechnet die Branchenorganisation mit einer stabilen Anbaufläche im Vergleich zum Vorjahr. So wurden 76‘100 ha (davon 74‘300 ha Winterweizen) Brotweizen ausgesät, gut 1‘400 ha weniger als 2013, aber in etwa die gleiche Fläche wie 2012. Zum Zeitpunkt der Schätzung waren jedoch die Saatgutverkäufe von Sommergetreide noch nicht bekannt. Bei Dinkel und Roggen wurden die Anbauflächen im Vergleich zu 2013 ausgedehnt.

Die Produktion beim Brotweizen wird Ende April auf 396‘000 Tonnen geschätzt, leicht höher als 2013. Die Anteile der Qualitätsklassen zeigen keine grösseren Verschiebungen. Den grössten Anteil weist die Klasse Top mit 53.8% (2013: 51.0%) auf, gefolgt von der Klasse I mit 35.3% (2013: 37.4%) sowie der Klasse II mit 9.4% (2013: 10.1%).

Die Erntemenge beim Dinkel dürfte höher ausfallen. Die Erntemenge an mahlfähigem Brotgetreide wird insgesamt auf knapp 420‘000 t geschätzt und wird als stabil bezeichnet.

Futtergetreide: Weniger Futterweizen und Gerste, mehr Körnermais

Die bestellten Ackerflächen mit Futtergetreide nimmt wie in den vergangenen Jahren leider deutlich ab. So wurden 8‘000 ha Futterweizen (-800 ha gegenüber 2013) ausgesät. Der Rückgang seit 2011 beträgt 1000 Hektaren. Auch die Gerstenfläche wird laufend kleiner. So wurde für die Ernte 2014 28‘100 ha mit Gerste bestellt, rund 500 ha weniger als 2013. Im Vergleich zu 2011 beträgt das Minus 200 ha. Die Anbauflächen von Hafer und Triticale sinken ebenfalls.

Eine deutliche Zunahme wird beim Körnermais erwartet. Der schlechte Frühling 2013 führte zu einem deutlichen Rückgang auf 15‘000 ha. Dieses Jahr sollten gemäss der Schätzung von Swiss Granum wieder 16‘500 ha angebaut werden. „Die Anbaufläche von Körnermais weist grössere Schwankungen auf. Dies weil aufgrund von Witterungseinflüssen die effektiv als Körnermais geerntete von der prognostizierten Fläche abweichen kann“, schreibt die Branchenorganisation.

Insgesamt dürfte die Anbaufläche von Futtergetreide rund 400 ha (63‘450 ha) über dem Vorjahreswert zu liegen kommen.

Die Futtergetreideernte 2014 dürfte auf dem Niveau des Jahres 2012 zu liegen kommen. Diese wird auf knapp 480‘000 t (2013: 399‘000 t) geschätzt. Darin inbegriffen ist ebenfalls die nicht mahlfähige Menge an Brotgetreide, welche knapp 40‘000 t beträgt. Die Erntemengen bei der Gerste (+10‘000 t), beim Futterweizen (+1700) und beim Triticale (+2‘700 t) werden trotz tieferer Anbauflächen höher eingeschätzt. Den grössten Zuwachs wird beim Körnermais (+31‘000 t) erwartet.

Höhere Sonnenblumenernte erwartet

Die Anbauflächen bei den Ölsaaten sind um 1000 ha höher (2014: 28‘850 ha) als 2013. Dies ist vollumfänglich auf die Ausdehnung der Rapsfläche auf 23‘500 ha zurückzuführen. Eine stabile Entwicklung verglichen mit 2013 zeichnet sich bei den Sonnenblumen und beim Soja ab, deren Flächen auf 3‘700 ha respektive 1‘400 ha geschätzt werden. Dadurch liegt auch die geschätzte Erntemenge der Ölsaaten mit 90‘100 t leicht höher als im Vorjahr. Vor allem bei den Sonnenblumen wird eine höhere Erntemenge von 2000 t auf 10‘300 t erwartet.

Die Flächen bei den Eiweisspflanzen sind gemäss den ersten Schätzungen leicht rückläufig (-200 ha auf 3‘940 ha). Die Produktion wird leicht höher eingeschätzt. Dies vor allem aufgrund einer höheren Erntemenge bei den Eiweisserbsen.

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