14.05.2018 09:12
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Getreide
RUS: Probleme im Getreidesektor
Der Präsident der Russischen Getreide-Union (RZS), Arkadij Zlotschewski, hat jüngst auf zahlreiche Probleme des russischen Getreidesektors hingewiesen.

So werde unter anderem der Preisdruck durch die russische Rekordernte 2017 weitreichende negative wirtschaftliche Konsequenzen haben. Zwar hätten sich die Getreidepreise zum Ende der laufenden Vermarkungssaison wieder erholt, so dass die Landwirte ihre Jahresbilanzen grösstenteils doch noch mit schwarzen Zahlen abschliessen könnten.

Dennoch seien die Käufe von Landtechnik aufgrund des Liquiditätsengpasses deutlich zurückgegangen, stellte der Verbandsfunktionär fest. In der Folge steige unter anderem das witterungsbedingte Risiko von Ertragseinbussen und Qualitätsverlusten. Gleichzeitig verteuere sich die Produktion.

Nach Einschätzung von Zlotschewski besteht die Gefahr, dass der agroindustrielle Komplex technisch auf das Niveau aus Sowjetzeiten zurückfalle. Bereits 70 % der Landmaschinen seien veraltet, betonte er. Erschwerend käme hinzu, dass die Landwirte ihr Getreide wegen der hohen Kosten der gewerblichen Lagerung zunehmend in einfachen eigenen Vorrichtungen speicherten. Daraus ergäben sich Lagerverluste von bis zu 5 % der Ernte und Qualitätseinbussen von bis zu 15 %.

Die Ernteeinbussen des vergangenen Jahres veranschlagte Zlotschewski auf 7 Millionen bis 8 Millionen Tonnen Getreide. Unterdessen fördere die russische Regierung lediglich die logistische Infrastruktur wie den Bau von Seehäfen - dagegen erhielten die US-Landwirte Lagerkostenzuschüsse, monierte der RZS-Präsident.

Ein weiteres Problem sieht der Fachmann in der rückläufigen Nachfrage der russischen Verbraucher nach Brot und Backwaren zugunsten von Fleisch und Fleischprodukten. Dies sei ein Grund dafür, dass der Getreideabsatz auf dem Inlandsmarkt stagniere. Ausserdem monierte Zlotschewski eine „opportunistische“ Zollpolitik der Moskauer Regierung. Unter dem Strich sieht der Verbandspräsident zu viele Probleme im Agrarsektor angehäuft.

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