4.09.2014 07:11
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Grossenbacher
Fleischmarkt
Russland interessiert sich für Schweizer Würste
Das tiefe Schweinepreisniveau in der EU führt zu mehr Importdruck in die Schweiz. Gleichzeitig ist Russland auf Wurst-Suche.

Der Einfuhrstopp von Russland für Lebensmittel aus den USA und der EU wirkt sich auch auf den Schweizer Schweinemarkt aus. «Momentan beträgt der Produzentenpreis für Schweinefleisch in der EU noch 1.63 Euro/kg Schlachtgewicht», weiss Otto Humbel, Präsident der Schweinehandelsvereinigung.

EU-Preis abgesackt

Mit einem Preisniveau, das halb so hoch sei wie in der Schweiz und einer zudem billigeren Verarbeitung sei es natürlich attraktiv, Schweinefleisch ausserhalb des Zollkontingents einzuführen. Zwar würden seit Monaten keine Schweine in Hälften innerhalb eines Importkontingents  eingeführt, dafür deutlich mehr Teilstücke.

Die Statistik der Oberzolldirektion zeigt, dass von Januar bis Juli 2014 insgesamt rund 25% mehr Teilstücke ausserhalb des Zollkontingents eingeführt wurden als in der Vorjahresperiode.

3 Schweizer Unternehmen exportieren nach Russland

Andererseits könnte das Russland-Embargo auch einen positiven Effekt auf den momentan harzenden Schweinemarkt haben. Wie die «NZZ am Sonntag» schreibt, werde offenbar in Russland das Fleisch knapp. Sowohl der Schweizerische Fleisch-Fachverband (SFF) als auch die Branchenorganisation Proviande erhielten von der russischen Handelsvertretung in der Schweiz  ein Schreiben mit der Bitte um Koordinaten von Betrieben, die an einem Export von Schweizer Fleisch nach Russland interessiert seien. Besonders gesucht seien verarbeitete Fleischprodukte und Würste.

Gemäss «NZZ am Sonntag» haben allerdings beide beschlossen, keine Adressen herauszugeben. Die Proviande habe aber die Exporteure unter ihren Mitgliedern informiert, damit diese selber entscheiden können, was sie unternehmen wollen. Gegenwärtig verfügen nur drei Unternehmen in der Schweiz über eine Exportlizenz für Russland: die Micarna, der Berner Fleischverarbeiter Meinen AG und die Schlachtbetriebe St.Gallen AG. Letztere exportiert allerdings nicht selber. 

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