6.05.2015 11:59
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Fleischmarkt
Schinken und Bratwürste hoch im Kurs
Schweizerinnen und Schweizer stehen trotz Offensiven der Veganer auf verarbeitete Fleischprodukte. Gemäss dem jüngsten Marktbericht Fleisch des Bundesamts für Landwirtschaft stiegen im Detailhandel die Umsätze im vergangenen Jahr an. Bratwürste und Schinken grüssen dabei von der Tabellenspitze.

Die Schweiz und verarbeitete Fleischprodukte: Das ist eine Art Liebesbeziehung. Zumindest zeigen dies die Zahlen aus dem vergangenen Jahr. Die Umsätze im Detailhandel schwangen bei Charcuterie- und Wurstwaren oben hinaus. 2014 wurde mit Charcuterie-Waren (Rang 1) rund 1,38 Mrd. Fr. (+2,5%) umgesetzt, bei den Wurstwaren betrug das Wachstum 3,8 Prozent. Der Umsatz lag bei 726 Mio. Fr., damit belegten die Wurstwaren Rang 2. Nur das Pouletfleisch vermochte sich zwischen den beiden zu klassieren (874 Mio. Fr., +2,6%).

Schinken klare Nummer 1

Im Segment Wurstwaren konnte der Schinken seine Position gar noch festigen. Der Umsatz des am besten nachgefragten Charcuterie-Produkts legte 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent auf 327 Millionen Franken zu. Rang zwei auf der Rangliste nimmt der Rohschinken ein. Mit diesem Produkt setzten die Detailhändler aber nur halb so viel (166 Mio. Fr.)  um wie mit dem gewöhnlichen Schinken. Zudem wurde ein leichter Umsatzrückgang (-0,9%) beobachtet.

„Dies kann man auch mit einer Umverteilung innerhalb des gesamten Trockenfleischbereichs erklären“, schreiben die Marktexperten des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW). Die Umsätze für Hobelfleisch (-4,3%) und Mostbröckli (-2,6%) entwickelten sich rückläufig, dafür wurde mit Bündnerfleisch (+1,7%) und den restlichen Trockenfleischprodukten (+10,3%) mehr umgesetzt.

Die steigende Bevölkerungszahl und der wachsende Anteil der Generation 60+ verhalfen fetthaltigen Produkten wie Speck (+5,8% auf 136 Mio. Fr.; Rang 4), Fleischkäse (+7,3% auf 86 Mio. Fr.; Rang 8) und Aufschnitt (+1,3% auf 94 Mio. Fr.; Rang 7) zu höheren Umsätzen.

Die Bratwurst festigt Rang 1

Bei den Wurstwaren konnte die Bratwurst die „Führung“ in der Rangliste festigen. 2014 wurden im Detailhandel Bratwürste im Wert von knapp 162 Mio. Fr. verkauft, das Wachstum betrug 6,1 Prozent. Eine leicht höhere Zunahme verzeichneten die Cervelats (Rang 2). Die Umsätze legten um 6,6 Prozent auf 109 Mio. Fr., obwohl die Grillsaison 2014 alles andere als optimal verlief.

Weniger wetterresistent zeigte sich die Cipollata. „Die Baisse lässt sich unter anderem damit erklären, dass diese Wurstspezialität viel eher auf die Grillsaison ausgerichtet ist als andere Brat- und Brühwürste, welche auch kalt oder ganzjährlich genossen werden“, so die Erklärung der Marktexperten des BLW.

Erstaunliche Mini-Pics

Erstaunlich ist das deutliche Wachstum bei den Mini-Pic von 15,4 Prozent auf 24,5 Mio. Fr. (+4,3 Mio. Fr.). Da die Lagerung kühlungsfrei erfolgt, wird auch Convenience-affine Bevölkerung angesprochen. Das dürfte das Wachstum erklären.

Leicht an Terrain verloren traditionelle Produkte wie die Saucisson sowie Blut- und Leberwürste (-1,2%). Aus Sicht von Branchenexperten ist der Trend zum „gesunden Essen“ für diese Entwicklung massgebend. „Insbesondere Produkte für die traditionelle „Metzgete“ verloren in den letzten Jahren tendenziell an Bedeutung“, heisst es im jüngsten Marktbericht Fleisch.

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