11.09.2015 13:57
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Devisen
Schwächerer Franken: Erleichterung für Exporte
Falls der Frankenkurs sich länger über der Marke von 1.10 Franken zum Euro halten kann, bedeutet dies nach Ansicht der Konjunkturforscher von der Bakbasel eine gewisse Erleichterung für die Schweizer Exportwirtschaft. Der Effekt dürfte vorerst aber nicht sehr gross sein.

«Man sagt, dass die 1.10 Franken ein Wechselkurs sind, der als verkraftbar angesehen wird», sagte Ökonom Alexis Körber von der Bakbasel am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. «Wenn der Franken näher an der Parität wäre, wäre es sehr gefährlich für die Schweizer Wirtschaft, weil die Diskussionen um Unternehmensverlagerung und Investitionszurückhaltung sehr stark aufkommen würden.»

Nach Ansicht der Bakbasel dürfte der Schweizer Franken sich bis gegen Ende des nächsten Jahres gar auf 1.15 Fr. zum Euro abschwächen. Dies setze aber voraus, dass keine Turbulenzen mehr durch Griechenland entstünden, die Euro-Zone sich erhole und China keine harte Landung habe. «Wenn sich die Wirtschaft in den Industriestaaten festigt, wird das die globale Risikoaversion abbauen, was Druck vom Franken nimmt», sagte Körber. «Wir rechnen mit einer Wachstumsdelle der Schweizer Konjunktur im laufenden Jahr, mit einer leichten Beschleunigung im nächsten Jahr und mit einer kräftigen Erholung im 2017.»

Die Bakbasel geht von einem Wachstum des Bruttoinlandproduktes von 0,8 Prozent in diesem Jahr, von 1,2 Prozent im nächsten Jahr und von 2,3 Prozent im 2017 aus. Als Gründe für die jetzige Frankenabschwächung nannte Körber, dass die Negativzinsen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) langsam Wirkung entfalten würden. Zudem gebe es technische Reaktionen durch Carry-Trade-Positionen, die gegenwärtig aufgelöst würden. Bei diesen Geschäften nehmen Anleger Kredite in Ländern mit niedrigen Leitzinsen auf und investieren es in Staaten mit hohen Leitzinsen.

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