30.06.2013 08:10
Quelle: schweizerbauer.ch - Mike Bauert
Schweinemarkt
Schweinemarkt bleibt im Hoch
Schweinemarkt bleibt im Hoch Aus Sicht der Mäster wäre gestern ein Preisaufschlag aufgrund der Marktsituation gerechtfertigt gewesen. Mittelfristig betrachtet ist zu hoffen, dass die Schweinepreise dafür nun umso länger stabil gehalten werden können.

Das Angebot an Schlachtschweinen ist seit der Überproduktion in den Jahren 2010 und 2011 ab Mitte 2012 langsam am Sinken.vPreiswirksam wurde der Rückgang jedoch erst seit November 2012. Bis Ende März 2013 stiegen die Schweinepreise kontinuierlich an und halten sich aktuell auf Fr. 4.70 pro Kilo Schlachtgewicht. Das sind 90 Rappen oder knapp 24% mehr als in der  Vorjahresperiode. Die Produktion ist seit Jahresbeginn um 5,3% gesunken und liegt bei rund 45'000 Schweinen pro Woche. In der Folge mussten seit Anfang Jahr 3700 Tonnen Schweinefleisch importiert werden.

Bell spricht von gesundem Schweinemarkt

Dass gestern, trotz Anträgen von Verarbeitern, keine Importe bewilligt wurden, ist nicht selbstverständlich. Die Importperiode wäre jedoch direkt in die Sommerferien gefallen, in einen Zeitraum, in dem die Nachfrage leicht nachlässt. Zudem wurde berücksichtigt, dass die Produktion in den nächsten Wochen leicht steigen wird.

Daniel Leutwyler, Leiter Vieheinkauf der Bell AG, betonte: «Wir gehen mit einem gesunden Schweinemarkt in die Sommerferien. Das heisst, dass dieses Jahr die Schweinepreise nicht so schnell fallen werden. Wir rechnen aber damit, dass die Konsumenten noch einen Nachholbedarf beim Grillfleisch haben», so Leutwyler. Preisgarantien konnte er aber keine geben.

«Unsere Zahlen der Jagereinstallungen zeigen, dass das Angebot an Schlachtschweinen bis Mitte September leicht steigen wird. Wir gehen aber davon aus, dass damit Angebot und Nachfrage ausgeglichen sind und die Inlandnachfrage gedeckt werden kann», erklärt Marcel Allemann von der Anicom.

Kühles Wetter dämpft

Auch Xaver Fleischlin, Geschäftsführer der Agrifera, geht von tendenziell leicht steigenden Angeboten aus, mit welchen die Nachfrage ohne Überhänge gedeckt werden kann. Auf die Sommerferien hin empfiehlt Fleischlin den Produzenten zwingend, das durchschnittliche Schlachtgewicht der Schweine um zwei bis drei Kilo zu senken.

Viele Mäster hofften, dass die Preise für die Schlachtschweine zur Grillsaison noch stärker ansteigen. Das kühle Wetter hat den Absatz und den Preisanstieg aber gedämpft. Noch immer ein Problem ist der Einkaufstourismus. Letztes Jahr zeigte sich, dass der Pro-Kopf-Konsum um 1,3 Kilo gesunken ist. Marktkenner gehen davon aus, dass nicht weniger Fleisch konsumiert, sondern ein Grossteil davon im Ausland eingekauft wird. Das Schweinsfilet in Deutschland wird zu 9 Euro pro Kilo (Fr. 11.–) verkauft, während in der Schweiz rund  Fr. 40.– bezahlt werden müssen.

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