26.01.2017 08:13
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Hochdorf
Stabiler Umsatz trotz tiefem Milchpreis
Der Milchverarbeiter Hochdorf erzielte im vergangenen Jahr mit 550.9 Millionen Franken einen Umsatz auf Vorjahresniveau. Die Luzerner haben 2016 weniger Flüssigkeiten verarbeitet. Dies ist auf die Werke im Ausland zurückzuführen. Dafür setzten sie mehr Babynahrung ab.

Die Hochdorf-Gruppe hat 2016 ihr Umsatzziel mit 550.9 Mio. Fr. (2015: 551.2 Mio. Fr.) erreicht. «Wir liegen mit dem Brutto-Verkaufserlös innerhalb der im Halbjahresbericht angekündigten Bandbreite von 540 bis 580 Mio. Fr.», lässt sich Hochdorf-Chef Thomas Eisenring im Communiqué zitieren.

Schwierige Situation im Ausland


Die tieferen Milchpreise haben sich auch auf die Umsatzzahlen ausgewirkt, dies vor allem wegen tieferen Produktepreise im Bereich «Dairy Ingredients» (Milchpulver). Für Umsatzwachstum sorgte der Bereich Babynahrung. Davon konnte das Unternehmen mehr verkaufen. Und hier streben die Luzerner weiteres Wachstum an.

Insgesamt verarbeitete die Gruppe 741.8 Millionen Kilo Milch, Molke, Permeat, Rahm und Buttermilch. Das sind 2,6 Prozent weniger als 2015. Der Rückgang ist auf die Werke im Ausland (Deutschland und Litauen) zurückzuführen. «Aufgrund der schwierigen Markt- und Milchpreissituation wurden deutlich weniger Flüssigkeiten angenommen und verarbeitet», schreibt Hochdorf.

Sulgen verarbeitete deutlich mehr Molke

In den Schweizer Werken hingegen stieg die verarbeite Menge an Flüssigkeiten um 5,2 Prozent auf insgesamt 409.1 Mio. kg Milch, Molke und Milchpermeat verarbeitet. Die Zunahme begründet Hochdorf zum grössten Teil mit der deutlich grösseren Molkenmenge, welche im Werk Sulgen verarbeitet wurde (+44.9%). Da aber insgesamt weniger Flüssigkeiten verarbeitet wurden, sank 2016 auch die verkaufte Produktemenge. Das Volumen reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent auf 237'289 Tonnen. Bei den Ertragswerten wird eine Verbesserung erwartet.

Die Massnahmen zur Steigerung der Effizienz und die angepasste Strategie hätten sich positiv auf das operative Resultat ausgewirkt. «Der eingeschlagene Weg ist richtig und wir rechnen trotz des anspruchsvollen Marktumfeldes im Bereich Dairy Ingredients mit einem gruppenweiten EBIT im Bereich der im Halbjahresbericht angekündigten prozentualen EBIT-Bandbreite von 4 bis 4.2%», so Eisenring. Das vollständige Ergebnis wird am 13. März publiziert.

Hochdorf will im Sommer importieren


Zu den Kunden von Hochdorf zählen die Lebensmittelindustrie sowie der Gross- und Detailhandel. Die Produkte werden in über 90 Ländern verkauft. Das 1895 gegründete Unternehmen beschäftigt über 620 Mitarbeiter.

Der Schweizer Milchverarbeiter Hochdorf will erneut konventionelles Magermilchkonzentrat aus der EU importieren. Das Gesuch bezieht sich auf kommenden Sommer. «Ob wir diese Menge effektiv importieren, hängt von der Verfügbarkeit des Magermilchkonzentrats, unseren Verarbeitungskapazitäten, den Absatzmöglichkeiten und der Wirtschaftlichkeit ab. Klar ist, dass Inlandmilch in jedem Fall Priorität hat», sagte Hochdorf-Mediensprecher Christoph Hug am Mittwoch gegenüber «Schweizer Bauer».

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE