3.09.2014 06:40
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Grossenbacher
Schweine
Stau in den Schweineställen
Eine leichte Überproduktion und eine schwache Nachfrage sorgen momentan für Probleme auf dem Schweinemarkt. Die Suisseporcs ruft dazu auf, die Produktion zu drosseln. Die Preise werden wohl noch weiter sinken.

Seit Ende Juni ist der Preis für Schlachtschweine von 4.70 Fr./kg Schlachtgewicht auf 4 Franken gesunken. Marktkenner klagen: «Der Schweinemarkt ist momentan eine Katastrophe.» Seit Wochen sind nicht alle Schweine platzierbar, die Überhänge werden von Woche zu Woche geschoben und die Schweine dabei schwerer. 

Nachfrage das Problem

Adrian Schütz, Stellvertretender Geschäftsführer der Suisseporcs, kennt die Gründe für die schwierige Situation: «Einerseits haben wir eine leichte  Überproduktion und andererseits eine leicht schwächere Nachfrage als erwartet.» Die Grillsaison ist ins Wasser gefallen, und  Verkaufsaktivitäten für Schweizer Schweinefleisch sind schwach.

Die Statistik der Proviande zeigt, dass von Januar bis Mitte August 2014 insgesamt 1% mehr Schweine (rund 15'000 Stück) klassifiziert wurde als in der gleichen Vorjahresperiode. Während im ersten Quartal 2014 die Schlachtzahlen noch um 3,6% über dem Vorjahr lagen, sind sie nun im laufenden 3.Quartal 1,1% tiefer als 2013.

Preise dürften noch leicht sinken

Produzenten-, Handels- und Abnehmervertreter sind sich einig: «Die Überproduktion ist nicht dramatisch, aber zusammen mit der schwachen Nachfrage ist halt bereits wenig zu viel.»

Für Schütz ist klar: «Wir müssen die Produktion den Marktbedürfnissen anpassen und nicht ausbauen, damit die Preise kostendeckend sind.» Bereits im Mai habe die Suisseporcs über die steigende Jagerproduktion informiert. «Aber es muss wohl erst im Portemonnaie schmerzen, bevor sich etwas tut», bedauert er. Otto Humbel, Präsident der Schweinehandelsvereinigung, geht davon aus, dass die Jager- und die Schweinepreise noch etwas weiter sinken werden. «Ich denke aber nicht, dass das Preisniveau so tief sinken wird wie vor drei Jahren.»

Gastronomie soll Schweizer Schweinefleisch kaufen

Auch Daniel Leutwyler, Vieheinkäufer bei Bell, rechnet damit, dass es noch eine Weile dauern wird, bis sich der Schweinemarkt erholt. «Erst wenn der Konsument im Laden die niedrigeren Preise wahrnimmt, wird der Konsum wieder steigen.» In diesem Zusammenhang stört sich  Schütz daran, dass die Endverbraucher vom tieferen Produzentenerlös nicht oder erst verzögert profitieren.

Sowohl Humbel als auch Schütz erwarten, dass zusätzliche Aktivitäten im Verkauf gemacht werden und auch die Gastronomie auf Schweizer Schweinefleisch setzt. Zudem habe man die Proviande gebeten, in nächster Zeit vermehrt die Werbesujets mit Schweinefleisch einzusetzen.
 

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