3.09.2014 09:21
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Grossenbacher
Dünger
Stickstoffpreis bleibt attraktiv
Die Fenaco hat die neuen Düngerrichtpreise veröffentlicht. Stickstoffdünger sind immer noch auf einem attraktiven Preisniveau. Marktexperten empfehlen, den Vorbezug zu nutzen. Kalisulfat ist deutlich teurer geworden.

Seit Montag sind die Düngerpreise bis und mit Oktober bekannt. In den nächsten Wochen verschicken die Landi ihre Preislisten. Im Vergleich zur Vorjahresperiode sind die Stickstoffpreise praktisch unverändert. Ammonsalpeter ist mit 40 Rp./100 kg franko Hof minim günstiger geworden. Harnstoff ist 1.05 Fr./100 kg billiger.

Preise stabil bis steigend

Andreas Fiechter, Verkaufs- und Marketingleiter Agroline AG, erklärt die attraktive Preislage wie folgt: «Wir haben momentan in der Schweiz eine gute Versorgungslage mit Stickstoffdünger. Zudem wirkt sich der gute Eurokurs aus, und die Energiepreise in den Produktionsländern sind relativ günstig.»

International betrachtet, seien die Stickstoffdüngerpreise leicht steigend. «Wir empfehlen daher, den Stickstoffdünger jetzt im Vorbezug zu beziehen», sagt Fiechter. Preistreibend könnte zum Beispiel eine Eskalation in der Ukraine-Krise wirken. Wer bereits im August Dünger gekauft hat, ohne den Preis zu kennen, erhält 50 Rappen Rabatt auf den jetzt publizierten Preisen. Im Oktober werden dann 50 Rappen Zuschlag erhoben.

Vorbezug unterschiedlich

Fiechter hat den Eindruck, dass der Vorbezug bisher eher weniger genutzt wurde als im Vorjahr. «Wir vermuten den Grund in der verspäteten und zum Teil qualitativ schlechten Getreideernte. Dadurch sind wohl viele Produzenten nicht motiviert, Dünger zu kaufen.» Ausserdem möchte der Landwirt vorher wissen, was er für sein Getreide bekommt, bevor er Dünger einkauft.

Hansueli Schaufelberger, Verkaufsleiter der Landor, hat keine Veränderung in den Vorbestellungen gegenüber letztem Jahr festgestellt. «Wir stellen vor allem regionale Unterschiede fest. In einigen Gebieten verkaufen wir praktisch kein Kilo Dünger, bevor die Preise bekannt sind.» In anderen Regionen hingegen würden viele Landwirte bereits im August bestellen. Dies zeige, dass ein gutes Vertrauen auf glaubwürdige Preise in den letzten Jahren hergestellt werden konnte. 

Kalisulfat massiv teurer

Bei den  chlorhaltigen Kalidüngern (Kali 60, Triple Super, usw.) kann man nach wie vor von günstigen Preisen profitieren. Einzig Kalisulfat wird mit 7.10 Fr./100 kg massiv teurer, weil das Angebot an chlorfreiem Kali knapp ist. «Eine Fabrik ist Konkurs gegangen und hat die Produktion eingestellt», begründet Schaufelberger den Preissprung. Entsprechend würden auch Kartoffel- und Gemüsedünger, die Kalisulfat enthalten, teurer.

Wie sich die Kalisulfatpreise weiter verhalten, ist unsicher. Schaufelberger rechnet jedoch nicht damit, dass sich die Preise so rasch wieder erholen.
Phosphordünger ziehen im Preis leicht an. «Phosphor kommt mehrheitlich aus Nordafrika, wo die politische Lage schwierig ist», erklärt der Düngerexperte. In der Schweiz brauche es aber nur kleine Mengen Phosphordünger.

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