24.06.2020 10:42
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Sigrist
Raufutter
Stroh: Richtpreise geben nach
In kleiner, kameradschaftlicher Runde konnten die Raufutterhändler ihre Sommerversammlung durchführen. Sie war ein Spiegelbild der aktuellen Marktsituation: überschaubar und unaufgeregt.

Die Frühlingsversammlung war umständehalber ausgefallen, die letzte Vorstandssitzung fand per Telefon statt und auch die Sommerversammlung in Zürich war in einer knappen Stunde durch. Zu besprechen gab es wenig.

Präsident Fabian Gut konnte gut zwei Handvoll Anwesende begrüssen, davon die Vorstandsmitglieder Daniel Betschart (Sekretär), Regula Oberli (Kassierin), Simon Gerber und Christian Gisler (Aktuar). «Das Virus und die damit einhergehende Situation hat uns gebremst, ist aber für uns nicht extrem schlimm», meinte Gut. «Angebot und Nachfrage bei Raufutter sind ausgeglichen, bald kann der dritte Heuschnitt erfolgen.» 

Stabile Preissituation

Die entspannte Marktsituation bedeutet relative Stabilität bei den Richtpreisen. Für unbelüftetes Heu gepresst verladen in Grossballen bleibt der Preis pro 100 Kilo bei 18 Franken. Gleiche Qualität, aber in Kleinballen wird zu 25 Franken pro 100 Kilo gehandelt. Der Preis für belüftetes Heu bewegt sich zwischen 29 und 30 Franken pro 100 Kilo.

Beim Strohpreis werde das Wetter matchentscheidend sein, da waren sich die Anwesenden einig. Trotzdem folgten sie einem Antrag, die Richtpreise leicht zu senken: Sie einigten sich für Stroh lose ab Schwad auf 5 Fr./100 kg, verladen Kleinballen für 16 Fr./100 kg und Grossballen für 12 Fr./100 kg. Sollte das Wetter wider Erwarten schlecht ausfallen, würden sie erhöhen. Trockenprodukte und Silage sind ebenfalls ausreichend auf dem Markt erhältlich. 

Tiefstpreise in Frankreich 

Die Situation in den Nachbarländern wurde kurz thematisiert. Frankreich liefert zum Teil Ware zu horrend tiefen Preisen, weil die Bestände hoch sind. Präsident Fabian Gut bekam auch schon ein Telefon aus Polen, weil dort viel Ware vorhanden ist. Erwartet werden aus Frankreich tiefere Stroherträge als 2019, aus dem süddeutschen Raum eher höhere.

Im Weiteren positionierte sich der Verband gegen die anstehenden Abstimmungen. «Bei der Trinkwasserinitiative sehen wir vor allem das Problem der Ökologisierung der Wiesenflächen und die damit zunehmende Verbreitung von Giftpflanzen, da diese zum Teil von den Fachstellen erwünscht sind», meinte einer der Anwesenden. «Da kann man das Futter doch gleich kompostieren. Die Bauern sollen dafür bezahlt werden und wir Händler?» Geplant ist, die Pferdehalter aufzuklären und in Kontakt mit den Bauernverbänden zu treten, um die Stellungnahme des Raufutterverbandes einzubringen. 

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