26.08.2015 17:30
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Agrochemie
Syngenta: Monsanto gibt Übernahme-Plan auf
Der US-amerikanische Genpflanzen- und Saatgutproduzent Monsanto kann seinen Schweizer Konkurrenten Syngenta vorerst nicht übernehmen. Monsanto ist auch bei seinem dritten Übernahmeversuch innert vier Jahren abgeblitzt.

Syngenta hatte das Angebot von Monsanto bereits im Mai als zu niedrig eingestuft und ein erstes Mal zurückgewiesen. Damals hatte Monsanto 449 Franken pro Syngenta-Aktie geboten. Gemäss Angaben von Syngenta vom Mittwoch lag das letzte Angebot des US-Konzerns sogar noch darunter.

433 Franken pro Aktie


433 Franken pro Syngenta-Aktie habe Monsanto mündlich angeboten, teilte das Unternehmen mit Sitz in Basel am Mittwochabend mit. 245 Franken davon in bar und zusätzlich 2,229 Monsanto-Aktien pro Syngenta-Papier.

Rund zwei Stunden davor hatte Monsanto dagegen mitgeteilt, das eigene Angebot revidiert und verbessert zu haben. Doch Syngenta habe geantwortet, dass auch dieses Angebot nicht den eigenen finanziellen Vorstellungen entspreche. Medien hatten am Dienstag gestützt auf Insiderinformationen berichtet, dass das Angebot des US-Konzerns von 449 Franken auf 470 Franken hochgegangen sei.

Einstimmig abgelehnt


Egal wie genau das Angebot ausgesehen hatte: Eine Fusion von Monsanto und Syngenta kommt nun vorerst nicht zustande. Der Verwaltungsrat von Syngenta habe das letzte Angebot von Monsanto einstimmig abgelehnt, teilte das Schweizer Unternehmen mit. Das Angebot habe den Wert des Unternehmens deutlich unterschätzt.

Ausserdem wären die Risiken beim Vollzug der Fusion gross gewesen. Monsanto habe bei zahlreichen Punkten nicht genug genaue Angaben gemacht, damit Syngenta sie ordentlich hätte beurteilen können, hiess es. So habe beispielsweise zu wenig Klarheit über die geschätzten Synergien geherrscht.

Monsanto: Fehlendes Gesprächsinteresse der Schweizer


«Wir haben uns in gutem Glauben auf Monsanto eingelassen und auf jene Punkte hingewiesen, bei denen wir mehr konkrete Informationen brauchen, um den Dialog fortzusetzen», wurde Syngentas Verwaltungsratspräsident Michel Demaré in der Mitteilung zitiert. Monsantos Entscheid, die Übernahmepläne für Syngenta aufzugeben, nehme man zur Kenntnis.

Monsanto begründete den Rückzug seinerseits mit dem fehlenden Gesprächsinteresse der Schweizer: Ohne Basis für eine konstruktive Position von Syngenta lege Monsanto den Fokus nun wieder auf das Wachstum aus dem existierenden Kerngeschäft, teilte der US-Konzern mit.

Aktienkurs eingebrochen

Nach dem Rückzug Monsantos brach der Kurs der Syngenta-Aktien  an der Schweizer Börse regelrecht ein: Bis Börsenschluss sank er um über 18 Prozent. Die Monsanto-Aktie dagegen legte in New York rund 8 Prozent an Wert zu.

Anleger zeigten sich enttäuscht über das Vorgehen von Syngenta. Einer der zehn grössten Syngenta-Aktionäre sagte: «Wir sind sehr frustriert über das Verhalten von Syngenta. Es ist nicht akzeptabel, dass das Unternehmen keine ernsthaften Gespräche mit Monsanto aufgenommen hat.»

Viele Syngenta-Aktionäre dürften auf eine Übernahme gehofft haben. Monsanto-Chef Hugh Grant hatte im Juli in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung «Le Temps» gesagt, er spüre bei den Aktionären «viel Interesse und Enthusiasmus».

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