24.07.2013 16:53
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Agrochemie
Syngenta wächst dank höherem Pestizid-Absatz
Der Basler Agrarchemiekonzern Syngenta hat im ersten Halbjahr 2013 zwar mehr Umsatz erzielt, aber dennoch weniger Gewinn gemacht. Insbesondere der verspätete Beginn der Anbausaison in der nördlichen Hemisphäre und das schlechte Wetter hätten sich negativ ausgewirkt.

So musste Syngenta beim Reingewinn eine Einbusse von 5 Prozent auf 1,41 Mrd. Dollar hinnehmen, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Auch das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) sank entsprechend. Der Umsatz seinerseits kam auf 8,39 Mrd. Dollar zu liegen und war damit 2 Prozent höher als im Vorjahr. 

Gebremst wurde Syngenta allem voran im zweiten Quartal zwischen April und Juni. In dieser Periode sank der integrierte Umsatz - also die Gesamterlöse ohne den kleinsten Geschäftsbereich «Rasen und Garten»- um 3 Prozent auf 3,65 Mrd. Dollar. 

Lateinamerika und Pestizid-Sparte mit Umsatzsteigerungen 

Das Kerngeschäft mit Saatgut und Pestiziden lief am besten in Lateinamerika. Dort vermochte Syngenta den Umsatz um 13 Prozent auf 1,17 Mrd. Dollar zu steigern. In der Region Asien und Pazifik kletterten die Verkaufserlöse um 6 Prozent auf 1,06 Mrd. Dollar, und in der Region Europa, Afrika und Mittlerer Osten resultierte ein Plus von 5 Prozent auf 3,17 Mrd. Dollar. 

Rückläufig waren die Umsätze dagegen in Nordamerika, wo sie um 5 Prozent auf 2,63 Mrd. Dollar zurückgingen. Dies sei unter anderem auf den Wegfall einmaliger Lizenzeinnahmen in Höhe von 256 Mio. Dollar zurückzuführen, die im ersten Halbjahr 2012 noch mit dem Pestizid Maiswurzelbohrer-Trait 604 erzielt wurden. 

Mit Pestiziden setzte Syngenta 6,02 Mrd. Dollar um. Das war ein Plus von 6 Prozent. Der Umsatz mit Saatgut sank hingegen alles in allem um 6 Prozent auf 2,05 Mrd. Dollar. Davon entfielen 1,02 Mrd. auf Mais und Soja, ein Rückgang um 20 Prozent verglichen mit der Vorjahresperiode. 

CEO Mack peilt weiteres Wachstum an 

Zum künftigen Wachstum gab sich Syngenta-Chef Michael Mack am Mittwoch an einer Medienkonferenz in Basel optimistisch. Wegen des Bevölkerungswachstums müsse die Lebensmittelproduktion bis 2050 gegenüber heute verdoppelt werden. John Atkin, Leiter des operativen Geschäfts, verwies auf Getreide-Hektarerträge, die zum Beispiel in GUS-Staaten markant tiefer seien als in Europa: Das bedeute noch viel Potenzial, zumal dort riesige Betriebseinheiten lockten. 

Bis 2020 will Syngenta laut Mack den Umsatz gegenüber 2012 um acht Prozent auf 25 Mrd. Dollar steigern. Bis jetzt sei man gut auf Kurs. Auch die vor einem Jahr eingeleitete Integration der eigenen Saatgut- und Agrarchemie-Sparten klappe gut; Früchte davon seien wohl ab der zweiten Hälfte der Dekade zu ernten. 

Syngenta taucht an der Börse

Kurzfristig war aber zumindest an der Schweizer Börse keine grosse Ernte einzufahren. Die Syngenta-Aktientitel büssten im Tagesverlauf bis zu 4,3 Prozent an Wert ein, nach Handelsschluss lagen diese 3,99 Prozent tiefer. Analystenkreisen wurde die  Geschäftsentwicklung als «leicht enttäuschend» beurteilt. 

Syngenta will in der Schweiz bleiben 

Zum Standort Schweiz sagte Chefjurist und Verwaltungssekretär Christoph Mäder vor den Medien in Basel, die rund 200 Mio. Franken, welche Syngenta derzeit in die Erneuerung des Sitzes in Basel investiert, seien ein klares Bekenntnis bleiben zu wollen. Von 2007 bis 2017 summierten sich die Investitionen in der ganzen Schweiz zu gut 800 Mio. Franken. 

Insgesamt beschäftigt Syngenta in der Schweiz heute 3180 Personen an sechs Standorten: 1660 arbeiten in Basel, 880 in Monthey VS, 300 in Stein AG, 250 in Münchwilen AG sowie 50 in Dielsdorf ZH und 40 in Kaisten AG. Laut Mäder soll der zuletzt leicht ausgebaute Personalbestand in nächster Zukunft etwa stabil bleiben.

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