19.08.2015 10:44
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Grossenbacher
Kartoffelmarkt
Teilerfolg für Terralog-Produzenten
Die Kartoffelhändlerin Terralog und ihre Produzenten konnten sich bezüglich den Übernahmebedingungen einigen.

Vor einigen Wochen sorgte ein Brief der Terralog an ihre Kartoffelproduzenten für Wirbel. Er besagte, dass die Kartoffelabnehmerin für die Ernte 2014 pauschal nicht den vollen Rückbehalt zurückbezahlt. Zudem wurden in den Terralines 2015, den Übernahmebedingungen der Terralog, zwei Punkte zuungunsten der Produzenten angepasst, was den meisten Produzenten bei der Unterzeichnung des Anbauvertrags im Frühling wohl entging.

Markt im Umbruch

«Wir von der Terralog sind auch nicht glücklich darüber, dass wir solche Massnahmen ergreifen mussten», betont Terralog-Geschäftsführer Ernst Arn. «Doch der Kartoffelmarkt ist im Umbruch. Inoffiziell halten sich auch andere Abnehmer nicht mehr strikte an die Branchenvereinbarung.» Das führe zu Marktverzerrungen. Auch die Grossernte 2014 habe zu Problemen im Markt geführt. Beides zusammen habe die Terralog zu diesem Schritt gezwungen.

Mittlerweile konnten Produzenten und Terralog klärende Gespräche führen. Ruedi Fischer, Präsident der Kartoffelproduzenten, schätzt die Gesprächsbereitschaft der Händlerin: «Das ist nicht bei allen Abnehmern so.»

"Terralog wichtig für gesamte Kartoffelwirtschaft"

Auf die Forderung der Produzenten nach einer Teilrückzahlung des Rückbehalts konnte die Terralog nicht eingehen. «Als positives Signal an uns Produzenten wurden aber die Terralines in den Punkten Mängeltoleranz und Paloxenunterhaltsgebühr den Swisspatat-Übernahmebedingungen angepasst», sagt Michael Schneider, Präsident der Terralog-Produzentenorganisation Pro Terralog. Obwohl die Verhandlungen also nur teilweise erfolgreich verliefen, sei es nun wichtig, dass man nach vorne schaue. «Die Terralog ist für die gesamte Kartoffelwirtschaft wichtig.»

Arn kündigt an: «An den Rückbehalten halten wir fest. Wann immer möglich, möchten wir diese aber vollständig zurückzahlen — im Gegensatz zu anderen Mitbewerbern, die bereits im Herbst Abzüge machen. Falls sich aber die Qualität der Kartoffeln oder der Markt schlecht entwickelt, brauchen wir diese finanzielle Reserve.» Schneider schätzt, dass die Terralines vor der Pflanzung vereinbart werden. Auch die faire Eingangstaxation mit der neutralen Qualiservice GmbH bei der Terralog sei ein Vorteil für die Produzenten. Doch er betont: «Der Rückbehalt eines Teils des Fünflibers sollte wirklich die Ausnahme bleiben.»

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