4.05.2015 11:20
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Agrochemie
Übernahmegerücht: Syngenta-Aktie legt markant zu
Der Aktienkurs von Syngenta ist am Montagmorgen markant gestiegen. Die Papiere wurden getrieben von Übernahmefantasien, nachdem die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet hatte, dass der US-Konkurrent Monsanto Übernahmegespräche mit dem Basler Agrarchemiehersteller führe.

Bloomberg hatte sich in dem am Donnerstag nach Börsenschluss publizierten Artikel auf Personen, die mit der Sache vertraut seien, berufen. Syngenta äusserte sich bislang nicht dazu. Bis um 10.30 Uhr legte der Wert der Syngenta-Aktie um 8,8 Prozent zu auf 342 Franken, das Tageshoch lag bis dahin bei 351 Franken.

Gerüchte über Fusionsgespräche der beiden Konzerne, die laut Analysten die Nummer 1 und 3 auf dem Weltmarkt sind, kursierten schon vor rund einem Jahr, ohne dass sie sich konkretisiert hätten.

Analysten uneins

Die Analystenreaktionen zum Bericht fielen uneinheitlich aus. Während die einen Experten die wettbewerbsrechtlichen Hürden für einen Zusammenschluss des Weltmarktführers Monsanto mit der Nummer drei im Saatgutgeschäft als hoch erachten, halten sie andere für durchaus überwindbar. Denn der Marktanteil von Syngenta liege in diesem Geschäft bei lediglich 8 Prozent.

Problematischer seien Überschneidungen im Geschäft mit biotechnologisch verändertem Spezialsaatgut und im Schlüsselmarkt USA. Was die Synergien zwischen den beiden Unternehmen anbetrifft, so werden diese in Expertenkreisen auf 600 bis 850 Mio. Dollar geschätzt. Damit liesse sich eine Gewinnverdichtung von 8 bis 16 Prozent erzielen.

Kurs dürfte sich wieder normalisieren

In einer Einschätzung der Bank Bernstein heisst es, ein solcher Deal scheine auf den ersten Blick aus ökonomischer Sicht attraktiv. Er sei aber undurchführbar. Es gebe unüberwindbare strategische und wettbewerbsrechtliche Hürden und auch die öffentliche Meinung dürfte sich gegen diese Transaktion stellen. Bernstein geht davon aus, dass sich der Syngenta-Aktienkurs bald wieder normalisieren dürfte.

Mit Problemen rechnen einige Analysten auch in Sachen Steuern. Dort habe sich in den letzten Monaten politisch Widerstand gegen steueroptimierte transatlantische Firmenübernahmen gebildet.

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