23.05.2018 09:15
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Fenaco
Umfrage: Erfolgsbeteiligung gute Idee?
Aktive Landi-Mitglieder erhalten erstmals je nach realisiertem Umsatz eine Erfolgsbeteiligung rückvergütet. Die Ausschüttung liegt zwischen 200 und 1000 Franken. Wie beurteilen Sie diese Erfolgsbeteiligung? Ein richtiger Schritt? Oder sollten die Bauern anders beteiligt werden? Mitdiskutieren und abstimmen

Zum 25-Jahre-Jubiläum will die Fenaco ihre aktiven Mitglieder am guten Geschäftsgang teilhaben lassen. «Die Bauern sind Teil dieses Erfolges. Wir wollen sie deshalb auch daran beteiligen», sagte Konzernchef Martin Keller vergangene Woche anlässlich der Bilanzmedienkonferenz in Bern gegenüber schweizerbauer.ch. Die Erfolgsbeteiligung erhalten aktive Bauern. Diese müssen sich bis Ende Juli registrieren. Dies können sie online oder bei ihrer Landi erledigen. 

Futtermittel, Dünger oder Saatgut

«Wir haben Rückstellungen von 6 Millionen Franken getätigt. Je nach dem, wie viele Bauern mitmachen, werden wir sehen, wie hoch der Betrag wirklich ausfallen wird», fährt Keller fort. Die Fenaco macht die Höhe der Erfolgsbeteiligung vom Umsatz abhängig.

Aktive Bauern, die bei der Fenaco Agrarprodukte wie Futtermittel, Dünger oder Saatgut einkaufen und einen jährlichen Mindestumsatz von 5000 Franken erzielen, werden mit einer Erfolgsbeteiligung bedacht. Ab 5000 Franken gibt es ein Überraschungspaket (100 Franken) mit Fenaco-Lebensmitteln. 

Mindestumsatz von 5000 Franken


Bei einem Umsatz ab 10’000 Franken werden 200 Franken dem Kontokorrent gutgeschrieben. Bei einem Umsatz von über 25000 Franken erhält der Bauer eine Gutschrift von 500 Franken. Setzen die Bauern bei den Landi mehr als 50’000 Franken um, werden 1000 Franken rückvergütet. Die Fenaco geht davon aus, dass rund 16000 ihrer 22000 aktiven Landwirte mitmachen.

Aber weshalb hat die Fenaco nicht schon in den Jahren zuvor eine solche Beteiligung ausgerichtet? «Wir müssen zuerst die wirtschaftlichen Ziele erreichen wie beispielsweise eine Eigenkapitalbasis von 50 Prozent. Diese Vorgabe haben wir 2017 erreicht», hebt Keller hervor. 

Erfolgsbeteiligung womöglich jährlich

Würde es den Bauern nicht mehr bringen, wenn Vorleistungen wie Dünger oder Futtermittel günstiger würden? «Wir sind seit Jahren daran, die Preise bei den Vorleistungen zu senken. In den vergangenen fünf Jahren haben wir die Preise bei Futtermitteln, Dünger und Pflanzenschutzmitteln massiv gesenkt. Das zeigen sämtliche Statistiken», so Keller zu schweizerbauer.ch.

Gibt es jedes Jahr eine solche Ausschüttung? «Die diesjährige Beteiligung erfolgt zum 25-Jahre-Jubiläum. Ob es in den kommenden Jahren zu einer Wiederholung kommt, hängt auch von der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Sollte den Bauern die Beteiligung gefallen und freuen sie sich über den Erfolg der Fenaco, ist es denkbar, jedes Jahr eine Erfolgsbeteiligung auszuschütten», erklärt Martin Keller.

«Der Hauptaufgabenbereich von uns ist im Vorleistungsbereich bei Dünger und Futtermitteln Kosten zu senken im nachgelagerten Bereich faire Preise zu zahlen. Die Erfolgsbeteiligung ist wie das Tüpfli auf dem i», so Keller.

Was sagen Sie zur Erfolgsbeteiligung? Finden Sie diese eine gute Idee? Aber fällt diese zu tief aus? Oder finden Sie dieses Modell überflüssig? Sollte die Bauern anders beteiligt werden? Mitdiskutieren und abstimmen

Detailhandel und Energie bringen Wachstum

Der genossenschaftlich organisierte Agrarkonzern Fenaco hat 2017 mehr umgesetzt und das beste Ergebnis seiner 25-jährigen Geschichte erzielt. Den Nettoerlös steigerte Fenaco um 5,3% auf 6,3 Mrd. Fr. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sowie ohne die Beteiligung rückte um 4% auf einen Rekordwert von 129 Millionen vor. Auch beim Gewinn wurde mit 99 Millionen (ohne Gewinnbeteiligung 105 Mio.) ein Rekord erreicht.
Das Wachstum sei zu zwei Dritteln aus eigener Kraft erfolgt, sowohl preisbedingt als auch dank Marktanteilsgewinnen in allen vier Geschäftsfeldern, sagte Konzernchef Martin Keller vergangene Woche in Bern. 

Etwas gedämpft habe der Frost, der bei den Steinobst- und Weinkulturen zu empfindlichen Ernteausfällen geführt habe. Ein zusätzlich geringerer Fleischumsatz liess den Erlös in der Lebensmittelindustrie um 0,9% auf 1,25 Mrd. Fr. zurückfallen. Das Agrar-Geschäft wuchs vor allem dank der Übernahme des französischen Landtechnikanbieters Dousset Matelin mit 2,5% auf 1,79 Milliarden. Im Detailhandel wuchs Fenaco um 6% auf 1,96 Milliarden. Positiv wirkten etwa die Akquisition des Detailhandelsgrossisten Cadar sowie der Einstieg in den Online-Handel. Grosses Wachstum verzeichnete die Tankstellenkette und Heizöllieferantin Agrola. Das höhere Absatzvolumen liess den Umsatz im Geschäftsfeld Energie um rund 17% auf 1,14 Milliarden Franken ansteigen. sda

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