9.10.2017 17:46
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Umfrage: Trinken Sie Milch?
In der Schweiz wird immer weniger Konsummilch getrunken. In den vergangenen zehn Jahren ist der Pro-Kopf-Konsum um 16 Prozent gesunken. Trinken Sie Milch? Und wenn, wie oft? Weshalb nimmt der Konsum laufend ab? Diskutieren Sie mit und stimmen Sie ab.

Die Schweiz eigne sich hervorragend zur Produktion von Milch, wird von verschiedener Seite ins Feld geführt. Die klimatischen als auch die topografischen Verhältnisse würden die Gras- und Raufutterproduktion begünstigen. Das mache die Schweiz zu einem Milchland, so der Tenor. Doch die wirtschaftliche Realität sieht oft anders aus. Die tiefen Produzentenpreise in den vergangenen Monaten haben viele Milchbauern veranlasst, aus der Erzeugung auszusteigen. Eine kostendeckende Produktion im Molkereimilchsegment war für viele Betriebe nicht mehr möglich.

Zudem ist die Milch bei der Bevölkerung nicht mehr so hoch im Kurs. Der Milchkonsum nimmt laufend ab, wie aus dem jüngsten Marktbericht Milch vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hervorgeht. Der Pro-Kopf-Milchkonsum sank in der Schweiz zwischen 2007 und 2016 von 63,4 kg auf 53,3 kg. Das ist ein Minus von 16 Prozent oder über 10 kg. Rückläufig ist auch der Joghurtkonsum. Beim Käse ist eine leichte Zunahme zu verzeichnen. Der Pro-Kopf-Konsum stieg in den vergangenen 10 Jahren um 1.2 Kilo auf insgesamt 22 Kilo. Profitiert hat aber vor allem der ausländische Käse.

Mischgetränke wie Caffè Latte erfreuen sich grosser Beliebtheit. Gemäss dem BLW-Bericht stieg der Konsum von Mischgetränken von 2007 bis 2016 um 12.6 Prozent auf 9,6 Kilo pro Kopf. Die Zunahme ist auf eine Zunahme des Ausser-Haus-Konsums zurückzuführen. Das Plus von einem Kilo vermag das Minus bei der Konsummilch aber bei weitem nicht auszugleichen. Seit einigen Jahren ist die konsumierte Menge zudem in etwa stabil. 

Der rückläufige Milchkonsum ist also nicht wegzudiskutieren. Emmi-Chef Urs Riedener ortet hinter dem Rückgang ein «Trendproblem». So seien Säfte beim Frühstück eine Konkurrenz zur Milch. «Milch ist das erste Getränk, das der Mensch zu sich nimmt. Sie ist etwas vom Natürlichsten überhaupt. Aber es gibt sicher Nachholbedarf, um den Konsum wieder attraktiver zu machen», sagte er im Januar gegenüber der «Schweiz am Wochenende». Der Milchkonzern will mit dem Trend gehen und lancierte eine laktosefreie Milch, die sich nach Riedeners Aussagen gut verkauft. Auch mit der Biomilch zeigt er sich zufrieden.

Eine Konkurrenz zur Milch sind pflanzliche Milchalternativen aus Soja, Mandeln, Kokosnuss und Erbsen. Dieser Megatrend hat auch die Schweiz erfasst. In den Regalen der Detailhändler sind diese Produkte nicht mehr wegzudenken.

Die Schweiz verfüge im internationalen Vergleich über wertvolle Alleinstellungsmerkmale, lautete eine Aussage des Bundesrates zu den Perspektiven für den Schweizer Milchmarkt von April 2017. Deshalb schlägt die Regierung vor, Mehrwerte wie der traditionelle Familienbetrieb, das hohe Niveau in Sachen Tierwohl und die graslandbasierte Fütterung der Kühe gezielter zu kommunizieren und zu vermarkten.

Wie viel Milch trinken Sie? Kann gutes Marketing den rückläufigen Milchkonsum stoppen und gar wieder erhöhen? Diskutieren Sie mit und stimmen Sie ab

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