14.12.2018 15:58
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Preise
«Unfairer Druck auf Produzenten»
Der Schweizer Bauernverband (SBV) ist über das Verhalten von Detailhandel und Verarbeiter beunruhigt. Diese würden das unternehmerische Risiko immer wie mehr auf die Bauern abwälzen.

Als jüngstes Beispiel nennt der Bauernverband Grossverteiler Coop. Die Basler offenbarten den Produzenten von Kälbern und Schweinen im Kanal Naturafarm (CNf) per Brief eine schlechte Botschaft: Bis Ende 2019 wird das Naturafarm-Label bei den Kälbern eingestellt. Bis Ende 2019 soll ebenfalls die Menge der CNf-Schweine um 30% reduziert werden.

«Das ist eine Hiobsbotschaft für das Tierwohl und alle Bauernfamilien, die ihre Ställe entsprechend umgebaut und mit dem entsprechenden Mehrpreis für die Amortisation der Investitionen gerechnet haben», schreibt der Verband am Freitag. Aber auch die Migros macht Abstriche. Diese bezahlt den Raus-Zuschlag für Mastkälber nicht mehr. «Die Grossverteiler verlangen zwar Mehrleistung beim Tierwohl oder der Ökologie, sind aber nicht bereit, den Preis dafür zu bezahlen», kritisiert der Bauernverband. Dies erzeuge unfairen Druck auf die Produzentenpreise. 

Der SBV befürchtet auch bei der Milch Preisdruck: «Es besteht die Gefahr, dass der Mehrpreis für den grünen Teppich in der Milchproduktion mit einem Absenken des Basispreises kompensiert wird.» Von den Verarbeitern wird erwartet, dass sie den Milchproduzenten zur Exportunterstützung nicht mehr als die vom Bund den Milchbauern aufgezahlten 4.5 Rp./kg Exportunterstützung vom Milchgeld abziehen. «Es darf nicht sein, dass die Bauern das von der Verarbeitungsindustrie eingegangene, unternehmerische Risiko mitfinanzieren müssen», macht der Bauernverband deutlich. Ab dem 1. Januar 2019 wird die Exportförderung im Schoggigesetz abgelöst.

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