2.08.2018 10:18
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
EU
US-Sojabohnen-Import steigt um 238%
Die Europäische Kommission hat am Mittwoch die neuesten Zahlen über die EU-Einfuhren von Sojabohnen veröffentlicht. Die Importe von Sojabohnen aus den USA sind im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um 283 Prozent gestiegen. Der Anteil der US-Sojabohnen erhöhte sich damit um 9 Prozent auf 37 Prozent.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat einen zweimonatlichen Berichtsmechanismus über die Entwicklung des Handels mit Sojabohnen aus den USA in die EU eingeführt. «Dies ist die erste konkrete Folgemassnahme zu der in Washington zwischen Kommissionspräsident Juncker und US-Präsident Trump vereinbarten gemeinsamen Erklärung», teilt die EU-Kommission in einem Communiqué mit.

Sojamehl-Einfuhr aus den USA steigt um 3'337 Prozent

«Die Europäische Union kann mehr Sojabohnen aus den USA einführen, und zwar ab sofort. Davon profitieren sowohl die europäischen als auch die amerikanischen Bürgerinnen und Bürger», sagte Juncker. Phil Hogan, EU-Kommissar für Landwirtschaft, bläst ins gleiche Horn: «Wir haben uns bereit erklärt, mehr Sojabohnen aus den USA einzuführen, und dies geschieht auch schon. Eine Zusammenarbeit bedeutet einen grossen Gewinn für die europäischen und amerikanischen Landwirte.»

In ihrer Gemeinsamen Erklärung vom 25. Juli haben Jean-Claude Juncker und US-Präsident Donald Trump vereinbart, dass die EU und die USA auf eine Ausweitung des Handels mit Sojabohnen hinarbeiten werden. Die jüngsten Zahlen zeigen eine Erhöhung der Importe:

- Im Vergleich zum Juli 2017 sind die EU-Einfuhren von Sojabohnen aus den Vereinigten Staaten derzeit um 283 Prozent auf 360’000 Tonnen gestiegen.

- Bezogen auf die Gesamteinfuhren der EU an Sojabohnen liegt der Anteil der USA nun bei 37 Prozent, verglichen mit 9% im Juli 2017.

- Auch die Einfuhren von Sojamehl, die in den USA traditionell niedriger sind, nehmen zu: 185’000 Tonnen wurden im Juli 2018 importiert, gegenüber Juli 2017 ein Anstieg von 3’337 Prozent.

USA wichtigster Produzent

Die EU importiert derzeit rund 30 Millionen Tonnen Soja pro Jahr. Die US-Preise für Sojabohnen und Sojamehl sind gemäss der EU-Kommission derzeit die wettbewerbsfähigsten auf dem Markt «und daher eine sehr attraktive Futteroption für europäische Importeure und Konsumenten.» Die Mehreinfuhren aus den USA gingen auf Kosten von Brasilien und Paraguay, von wo 200'000 t beziehungsweise 150'000 t weniger importiert wurden.

Wegen des Handelsstreits zwischen den USA und China fürchten viele US-Bauern um Ausfälle bei Sojabohnen, die vor allem für die Tiermast eingesetzt werden. Die USA sind der wichtigste Produzent der Hülsenfrucht. Die Farmer unterstützten bei den Wahlen mehrheitlich Trump.

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