3.03.2017 09:27
Quelle: schweizerbauer.ch - Raphael Bühlmann
Fleischmarkt
Viehbestand sinkt, Produktion steigt
Viehbestand sinkt, Produktion steigt In der Schweiz findet eine Verlagerung von der Milch hin zum Fleisch statt. Die Produktion steigt, die Qualitäten werden besser.

Die Schweiz produziert mehr Rindfleisch. Das zeigen Zahlen der Branchenorganisation Proviande. Nach dem kontinuierlichen Anstieg der letzten Jahre nahm die Produktion 2016 gegenüber dem Vorjahr erneut markant zu. Plus 5% bei den Ochsen, 4,9% bei den Rindern sowie 4,4% bei den Stieren. Hinter diesen paar Prozenten stehen über 3000 Tonnen mehr Schweizer Rindfleisch.

Höhere Schlachtgewichte

Vor dem Hintergrund sinkender Viehbestände scheint diese Entwicklung noch bemerkenswerter. Auf den zweiten Blick zeigt sich, dass diese Abnahme in erster Linie auf sinkende Milchkuhbestände zurückzuführen ist. Fleischrassen sind dagegen gefragt. «Besonders zugelegt hat die Grossviehmast», erklärt Peter Schneider, Marktbeobachter bei Proviande. Und so nahmen auch die Schlachtzahlen in den genannten Kategorien zu. Gegenüber 2015 wurden im vergangenen Jahr 4% mehr Ochsen, 3% mehr Rinder und 3,9% mehr Stiere geschlachtet. 

«Zu den höheren Schlachtzahlen kommen auch höhere Schlachtgewichte», so Schneider. Dies sei angesichts der freundlichen Marktlage etwas erstaunlich. «Normalerweise verlassen die Tiere den Stall schneller, wenn Zug im Markt ist und entsprechend gute Preise gezahlt werden», erklärt Schneider.

Qualitäten verbessert

Die Schlachtgewichte legten aber auch zu, weil immer mehr gezielt Mastrassen zum Einsatz kommen würden. Dies habe ferner dazu geführt, dass sich auch die Fleischqualitäten in der Schweiz spürbar verbessert hätten. «Hinzu kommt, dass Schweizer Rindfleisch bei den Konsumenten bereits in Bezug auf Tierwohl oder Ökologie ein hervorragendes Image geniesst.» Und so präsentiert sich der Rindfleischmarkt mehrheitlich ausgeglichen mit einer grossen Ausnahme. «In der Schweiz gibt es strukturell zu wenig Schlachtkühe und Verarbeitungsfleisch», so Schneider.

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